Wildbiene „Flocki“ ist in Sachsen zurück

Dresden - Die Flockenblumen-Blattscheiderbiene (Megachile apicalis) ist zurück. In Sachsen galt sie jahrzehntelang als ausgestorben. 2016 wurde sie zufällig bei den Planungen zum Bau der 150. Oberschule auf einer Baubrache am Weißeritz-Grünzug entdeckt.

Dort nistet das Insekt in mehreren Bauschutthügeln. Um die lokale Existenz dieser besonderen Wildbiene zu bewahren, errichtete das Umweltamt der Landeshauptstadt Dresden gemeinsam mit dem Imkerverein Dresden e. V. und der Lehrausbildung des Regiebetriebes Zentrale Technische Dienstleistungen am benachbarten Radweg eine Nisthilfe. Diese besteht aus drei mit sandigem Lehm und flachen Pläner-Sandsteinen gefüllten Drahtgerüsten. In der Mitte werden Flockenblumen als zusätzliche Nahrungsquelle ausgesät.

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Biene sucht Blüte

Gleichzeitig wurde am Weißeritz-Grünzug die zweite Station des Dresdner Bienenlehrpfades errichtet. Der Pfad soll sich durch die komplette Landeshauptstadt ziehen und zum Beispiel am Kulturpalast oder Zwinger halt machen. Die Standorte sollen mit Schildern ausgestattet werden und thematisch die verschiedenen Bienenarten näher vorstellen. Außerdem will der Imkerverein auf das Insektensterben aufmerksam machen. Jede Bienenart ernährt sich durch die Pollen von bestimmten Pflanzen. Bei der Flockenblumen-Blattschneiderbiene sind das Flockenblumen oder Disteln.

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Das Nahrungsangebot wird jedoch - vor allem auf dem Land - durch eine einseitige und großflächige Bewirtschaftung minimiert.

Über Wildbienen

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Wildbienen nisten nicht in einem Insektenstaat. Jedes Wildbienen-Weibchen baut sich eigene Nester und kümmert sich allein um deren Pflege. An geeigneten Plätzen können sich auch Nester mehrerer Weibchen befinden. Aber auch andere, auf Flockenblumen spezialisierte Wildbienen-Arten fühlen sich auf dem Grünzug wohl. So ist zum Beispiel die sehr seltene bedrohte Mauerbiene (Osmia spinulosa) ebenfalls dort heimisch. Sie besiedelt leere Schneckenhäuser. Der größte Teil der über 400 alleinlebenden Wildbienen-Arten in Sachsen nistet in ebenen, vegetationsarmen Bodenstellen oder in lehmigen Steilhängen.