„Die Wutwand ist Unsinn!“ – Thomaspfarrer Wolff gegen geplante Paulinum-Glaswand

Nach langen Verhandlungen wird die Wutwand nun doch in die Leipziger Paulinerkirche eingebaut. Tausende Protest-Unterschriften und Briefe gingen zu diesem Thema bei der Landesregierung ein. Auch der Leipziger Thomaspfarrer ist dagegen. +++

Grund dafür ist die Befürchtung, dass die lange Tradition zwischen Uni und Kirche gebrochen wird. Offiziell soll die Glaswand in Zukunft die Aula der Uni und den Andachtsraum der Kirche trennen, um das Klima und die Akustik für den Chor zu verbessern. Bereits am Wochenende wurde erste Teile der Wand am Campus angeliefert. Thomaspfarrer Christian Wolff sieht das Vorhaben als einer der Gegner nach wie vor kritisch.

„Jeder weiß, dass die Glaswand in absehbarer Zeit wieder ausgebaut werden wird – es sei denn, der Freistaat Sachsen und die Universitätsleitung werden in jeder Form wortbrüchig und machen aus dem Chorraum der neuen Universitätskirche ein in sich abgeschlossenes Museum. Auch das ist ja nicht ausgeschlossen nach allem, was geschehen ist. Die Glaswand ist ein architektonischer, akustischer und klimatischer Unsinn“, so Christian Wolff in einer offiziellen Stellungnahme.

Der Thomaspfarrer weiter: „Bis heute hat es die Universitätsleitung versäumt, ein überzeugendes inhaltliches Konzept für die Nutzung der neuen Universitätskirche vorzulegen. Nur so ist zu erklären, dass die SIB im Auftrag des Freistaates Sachsen und der Kanzler der Universität offensichtlich ohne jede inhaltliche Kommunikation mit den Nutzern diesen Bau zu vollenden versuchen. So realisiert sich auf dem Boden der Alma Mater ein Schildbürgerstreich, der seines Gleichen sucht. Er ist nicht nur teuer, sondern auch würdelos – so würdelos, wie die ganze Planung des Innenausbaus dieses an sich wunderbaren Gebäudes.“, beschließt Wolff seine Kritik.