Diese Worte schrieb Karl Jungbluth kurz vor seinem Tod

Leipzig – Seit Januar ist die Ausstellung „Leipziger Widerstandskämpfer und ihre Abschiedsbriefe“ im Komm-Haus in Grünau zu sehen. Nun ist noch ein Brief dazu gekommen. Die letzten Worte von Karl Jungbluth an seine Familie sind damit erstmals öffentlich zu sehen.

 

 

„Mein liebes gutes Lottel!“. So beginnen die letzten Worte, die Karl Jungbluth an seine geliebte Frau Charlotte richtete. Ein Brief ist das Einzige, was ihr und der gemeinsamen Tochter von Mann und Vater blieb. Ein Brief, der lange Zeit nicht für die Augen der Öffentlichkeit bestimmt war. Doch für die Ausstellung des Grünauer Hobbyhistorikers Fritz Hundt machte die Tochter des Widerstandskämpfers nun eine Ausnahme. Zum ersten Mal wird er gezeigt.
Karl Jungbluth gehörte zur Widerstandgruppe um Georg Schumann, Kurt Kresse und Otto Engert. Sie stellten sich aktiv gegen die Gräueltaten des Dritten Reiches und bezahlten dafür mit ihrem Leben. Kurz vor ihrer Hinrichtung schrieben sie ein letztes Mal an ihre Familien, oft im Stehen und mit Bleistift.
Mit dem Abschiedsbrief von Karl Jungbluth, der zeigt, wie gefasst und zugleich mit welch unsagbar schwerem Herzen die Männer in den Tod gingen, ist die Ausstellung nun um ein weiteres Dokument ergänzt. Die Resonanz auf die Schau war groß und auch das mediale Interesse.

Die Ausstellung endet am 16. März mit der offiziellen Vorstellung des Abschiedsbriefes von Karl Jungbluth und mit einer Lesung über oppositionelle Jugendliche im Dritten Reich.