Diskussion um homophobe Äußerungen des Chemnitzer CDU-Politikers Kai Hähner reißen nicht ab

Am Freitag kamen die homophoben Gedanken des CDU-Politikers aus Chemnitz über den Leipziger CSD an die Öffentlichkeit. Mittlerweile haben sich nicht nur Anhänger der Szene erbost und lautstark zu Gedanken von Kai Hähner geäußert, sondern auch die Partei-Angehörigen von SPD, Die Linke und den Jungliberalen in Sachsen. Lesen Sie bei LEIPZIG FERNSEHEN Online die Statements der Politiker:

Blunck: „Nicht heterosexuelle Lebensweisen sind abnormal“ – Unerträgliche homophobe Äußerung des CDU-Vorsitzenden Chemnitz Mitte, Kai Hähner
Zu den Äußerungen des CDU Vorsitzenden von Chemnitz Mitte erklärt das Landesvorstandsmitglied der LINKEN Sachsen und Sprecher der LAG Queer Sachsen Fabian Blunck:

„Unerträglich sind die Äußerungen des CDU Vorsitzenden von Chemnitz Mitte Kai Hähner. In einem Schreiben an die Leipziger CSD Organisatoren teilte er mit, dass nicht heterosexuelle Lebensweisen abnormal seien. Er spricht ihnen prinzipiell das Recht auf Öffentlichkeit ab. Darüber hinaus droht er Menschen mit Anzeigen, wenn diese Kinder im Kindergartenalter mit Homosexualität konfrontieren, er droht also allen Homosexuellen die derzeit Kinder erziehen.“

Diese Äußerungen zeigen, dass der Hass auf nicht-Heterosexuelle nach wie vor Realität in Deutschland ist, auch in der Partei die sich selber als „die Mitte“ bezeichnet.

Ob der Tatverdacht der Volksverhetzung hier greift, gilt es zu prüfen. Dass Kai Hähner kein politisches Amt mehr bekleiden sollte, liegt auf der Hand.

„Vielleicht ist es an der Zeit, die Christopher-Street-Day-Paraden nicht nur in Metropolen durchzuführen, sondern ganz bewusst auch kleinere Städte und den ländlichen Raum mit solchen Events zu beglücken“, so Blunck weiter.

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Unerträgliche Äußerungen von CDU-Politiker Hähner – geschrieben von Constantin Eckner
Der sächsische CDU-Politiker Kai Hähner hat in einer E-Mail dem CSD (Christopher Street Day) Leipzig vorgeworfen, durch Werbung für Homosexualität Kinder vom rechten Weg abzubringen. Unter anderem schrieb er, „Leben Sie, wie Sie wollen, im Privaten und lassen Sie andere mit Ihrer Abnormalität in Ruhe“.

Dazu erklärt der Landesvorsitzende der Jungliberalen Aktion Sachsen, Marcus Viefeld:
„Rückwärtsgewandt und haltlos sind die Worte Kai Hähners. Nicht nur seine Äußerungen, dass Teilnehmer des CSD Jugendliche zur Homosexualität verleiten würden, entbehren jeder Substanz und sind ein Angriff auf eine liberale und tolerante Gesellschaftsordnung.
Es ist auch keine ‚unerträgliche Unverschämtheit’, dass homosexuelle Aktivisten in Schulen für Toleranz werben wollen. Vielmehr ist es unerträglich, dass Herr Hähner ohne Rechtsgrundlage gegen Mitbürger nur auf Grund ihrer sexuellen Orientierung vorgehen will. Das Schreiben zeigt, welches Weltbild der CDU-Politiker vertritt und wie er Homosexualität bewertet. Die Gleichstellung von Homosexuellen und Kinderschändern ist eine entsetzliche Aussage. Wir fordern von ihm eine umfassende Entschuldigung und zugleich entsprechende Konsequenzen von Seiten der CDU.”

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Sabine Friedel, innen- und rechtspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, erklärt: S.O.S. Homophobie: CDU-Politiker beleidigt Homosexuelle

Friedel: „CDU muss sich distanzieren.“
„Der Chemnitzer CDU-Politiker Kai Hähner hat laut Medienberichten in einer E-Mail an den CSD Leipzig Homosexuelle zutiefst beleidigt und diffamiert. Erzkonservative CDU-Mitglieder sind in Sachsen leider keine Seltenheit. Aber Hähner hat definitiv eine Grenze überschritten: Er stellt sich demonstrativ gegen die legitimen Rechte von Minderheiten und bedroht obendrein Toleranz, Vielfalt und Aufklärung mit Klagen. Aber nicht die Lebensweisen von Lesben und Schwulen sind anormal, sondern die Einstellungen eines Herrn Hähner.

Ich fordere die sächsische CDU auf, sich für die Entgleisungen ihres Repräsentanten zu entschuldigen und sich unmissverständlich von Inhalt und Geist seiner Äußerungen zu distanzieren!“