Diskussionen um Linie 9 reißen nicht ab

Der Stadtrat hat den Antrag zum Erhalt der Linie 9 abgelehnt. Die Fraktion Die Linke ist sauer, weil die Unterstützung der Grünen ausblieb. Auch innerhalb der SPD ist man sich nicht einig. +++

Die Linie 9 fährt ab Ende November nicht mehr bis Markkleeberg. Das hat der Stadtrat am Mittwochabend beschlossen. Eigentlich kommt diese Entscheidung nicht überraschend, trotzdem gab es heftige Diskussionen. Und auch jetzt hagelt es Kritik von den Befürwortern der Straßenbahnlinie.
Über eine Stunde lang wurde im Stadtrat über den Antrag zum Erhalt der Linie 9 diskutiert, zahlreiche Änderungsanträge wurden eingebracht. Am Ende stand eine 36:23 Mehrheit gegen den Erhalt. Die Gründe dafür liegen laut Stadtverwaltung vor allem in der gesunkenen Auslastung. Seit der Eröffnung des City Tunnels fährt die Tram auf dem letzten Stück bis Markkleeberg teilweise leer, hieß es. Ein Weiterbetrieb nach dem Connewitzer Kreuz sei nicht wirtschaftlich, zumal Markkleeberg die Linie nicht mehr will und deshalb auch nichts zahlt. Außerdem müssten die Gleise auf dem Abschnitt für bis zu 25 Millionen Euro saniert werden. Die Fraktion Die Linke hatte sich trotz allem für den Erhalt der kompletten Linie 9 eingesetzt und dabei auf die Unterstützung der Grünen gebaut. Die Enttäuschung ist deshalb groß.
Die Grünen selbst halten dagegen. Der Vorwurf, die Partei agiere nur nach ökologischen Gesichtspunkten, wenn es nicht zu teuer wird, will Stadtrat Schmidt nicht so stehen lassen.

Zumindest waren sich die Grünen einig…. bei der SPD sah das zeitweilig anders aus. Aus der Fraktion heraus wurde ein Änderungsantrag eingereicht, der vorsah die Linie 9 bis auf Weiteres so zu belassen wie sie ist. Oberbürgermeister Burkhard Jung war davon wenig begeistert – letztendlich wurde der Änderungsantrag wieder zurückgezogen.

Was viele Stadträte besänftigt haben dürfte war der Alternativvorschlag der Stadtverwaltung. Der sieht vor die Straßenbahnlinie Linie 9 zu verkürzen und dafür die Busline 70 bis nach Markkleeberg zu verlängern. Eine endgültige Entscheidung dazu soll in der Ratsversammlung im Oktober fallen.