Dramatik und Gesellschaftskritik an der Oper Leipzig bei Madama Butterfly

Am 14. März feiert Puccinis beliebteste Oper Premiere an der Leipziger Oper. +++

Opern nehmen die Zuschauer für ein paar Stunden mit in eine andere Welt. Eine Welt voller Liebe, Humor oder auch Tragödie. Und oft findet man hinter der Geschichte eine bewusst eingearbeitete Kritik. Ein sehr gutes Beispiel dafür ist Puccinis „Madama Butterfly“, welche am 14. März Premiere an der Oper Leipzig feiert.

Die Geschichte ist einfach erzählt: Ein Amerikanischer Marineleutnant kommt nach Japan und will sich dort zwei Wochen vergnügen. Natürlich mit einer Frau. Ein sogenannter Heiratsvermittler verkauft ihm ein Haus, inklusive der 15-jährigen Butterfly. Und da beginnt Puccinis Gesellschaftskritik.

Pinkerton heiratet die junge Butterfly auf „japanische Art“, was ihm ermöglicht, jederzeit, durch seine Abreise, von dieser Ehe zurückzutreten. Denn er hat keine Intention, sein Leben mit ihr zu verbringen. Butterfly denk allerdings anders. Sie nimmt die Ehe sehr ernst und konvertiert sogar zum Christentum, wofür sie von ihrer Familie verstoßen wird. Gesungen wird die Rolle des Pinkerton von Gaston Rivero.

Nach seiner Abreise aus Japan hat er sich feige aus der Affäre gezogen und Butterfly in dem Glauben gelassen, er kommt eines Tages zurück. Und so hat Pinkerton natürlich keine Ahnung davon, dass aus seiner kurzen Liaison ein Kind entstanden ist. Doch dann geschieht das, woran außer Butterfly niemand geglaubt hat. Pinkertons Schiff legt erneut in Japan an. Er selbst ist jedoch nicht in der Lage, die Konsequenz seines Handelns zu tragen. Er schickt den Konsul Sharpless, um die Angelegenheit für ihn zu regeln.

Aus dem von ihm anfangs erkauften romantischen Traum einer vergangenen Kultur gibt es für ihn und auch Butterfly ein grausames Erwachen. Zwei Welten kollidieren und die von Butterfly zerbricht. Pinkerton macht das, was er am Besten kann. Er verschwindet. Und so bleibt Butterfly scheinbar nur noch eines übrig. Eine Rückkehr zur Tradition. In Form eines Hara-Kiri Messers mit der Inschrift: „Ehrenvoll sterbe, wer nicht länger mehr Leben kann in Ehren“.