Dramatische Lage in Leutzsch: Fußballvereine streiten weiter erbittert

Es geht um Betriebskosten, Zahlungsaufforderungen und um Einstweilige Verfügungen. Eine aktuelle Stellungnahme und Meinung des Vorstandes der BSG Chemie lesen Sie auf www.leipzig-fernsehen.de +++

Den Vorstand der BSG Chemie Leipzig haben in den vergangenen Tagen viele Fragen von besorgten Fans, Mitgliedern und Förderern zur sportlichen Perspektive erreicht. Zusätzliche Unsicherheiten gibt es aufgrund von fehlerhaften Darstellungen in verschiedenen Medien und Web-Portalen in der Frage der strittigen Betriebskostenabrechnung der SG Leipzig Leutzsch (SG LL) und der von dieser öffentlich angedrohten Kündigung des Untermietverhältnisses der BSG Chemie Leipzig. Dies nährt große Befürchtungen hinsichtlich des Spielbetriebes der BSG im Alfred-Kunze-Sportpark (AKS).

Um weitere Irritationen in der Anhängerschaft, aber auch in der Öffentlichkeit zu vermeiden, nimmt der Vorstand der BSG Chemie Leipzig wie folgt Stellung:

Fakt ist, dass der BSG Chemie Leipzig eine anhängige Zahlungsaufforderung der SG Leipzig Leutzsch in Höhe von 8.625 €, welche aus zurückbehaltenen Betriebskostenvorauszahlungen der BSG Chemie Leipzig folgt, mit einer Fristsetzung 26.06.2013 und eine damit verknüpfte Androhung einer Versorgungseinstellung der Medien Strom, Wasser und Gas im Alfred-Kunze- Sportpark schriftlich vorliegt.

Die BSG Chemie Leipzig hat über Monate Nachweise für die Betriebskosten eingefordert, um die Rechtmäßigkeit der pauschal angesetzten, anteiligen Betriebskostenvorauszahlung in Höhe von 2.500 € überprüfen zu können. Nach Vorlage eines Teils der Belege und der Feststellung von z.T. erheblichen Veränderungen an Originaldokumenten und weiterer, gravierender Ungereimtheiten wurde Rücksprache mit Anwälten, Stadtverwaltung und Rechtsbehörden genommen.

Infolge der Beratungen wurde auf Grundlage der uns vorgelegten Abrechnungsunterlagen ein tatsächlicher monatlicher Bedarf der BSG Chemie Leipzig von 920,59 € ermittelt. Demzufolge wurden die monatlichen Betriebskostenvorauszahlungen auf 1.000 € reduziert und regelmäßig gezahlt, da nur in dieser Höhe belastbare Belege seitens der SG LL vorlagen und deshalb davon auszugehen ist, dass diese Summe dem vertraglich festgelegten Kostenanteil von 23 Prozent der Gesamtbetriebskosten tatsächlich entspricht.

Die SG LL wurde durch den Rechtsbeistand der BSG Chemie Leipzig im Detail über die Hintergründe informiert und die Vorlage korrekter bzw. weiterer Belege eingefordert. Darüber hinaus wurde eine Forderung zur Rückzahlung der offenbar bis dahin zu viel gezahlten Beträge in Höhe von 9.119,88 € zugestellt. Das heißt, dass die BSG Chemie Leipzig zu keinem Zeitpunkt wissentlich Gelder zurückgehalten hat, die sie zu zahlen verpflichtet gewesen wäre. 

Vielmehr wurde aufgrund der Abrechnungsunterlagen, die von der SG LL selbst stammen, der tatsächliche und vertraglich fixierte Betriebskostenanteil errechnet und gezahlt.

Auf Anraten der Rechtsbehörden wurde weiterhin Strafanzeige wegen Verdachts auf Betrug im Zusammenhang mit den offenbar manipulierten Abrechnungsunterlagen gestellt.

In mehreren Gesprächen mit den zuständigen Behörden der Stadtverwaltung hat die BSG Chemie Leipzig auf diese unerträgliche Situation aufmerksam gemacht und immer wieder Vorschläge und Konzepte zur zukünftig harmonischeren Nutzung des AKS durch SG LL und BSG Chemie Leipzig vorgestellt. Der Mietvertrag zwischen Stadt und SG LL ist vor zwei Jahren unter Annahmen und Vereinbarungen geschlossen worden, die sämtlich nicht eingetroffen sind bzw. seitens der SG LL nicht eingehalten worden sind. Insbesondere der Erhalt der Nachwuchs- abteilung des ehemaligen FC Sachsen Leipzig und die Instandhaltung, geschweige denn die Sanierung des Alfred-Kunze-Sportparks sind nicht eingetroffen, sondern in genau entgegen- gesetzter Richtung verlaufen.

Die BSG Chemie Leipzig hat der Stadtverwaltung und der SG LL immer wieder angeboten, mit personellen und finanziellen Mitteln die schlimmen Zustände im und um den AKS mit zu beheben. Keines dieser Angebote wurde angenommen, im Gegenteil: jegliche Arbeiten wurden untersagt.

Alle Wünsche zur Erweiterung von Trainingskapazitäten für Nachwuchsteams der BSG Chemie Leipzig wurden abgelehnt, obwohl die SG LL in Größenordnung eigene Nachwuchs- mannschaften abgemeldet hat (von 8 Nachwuchsmannschaften, welche vom FC Sachsen Leipzig übernommen wurden, haben lediglich 4 Nachwuchsmannschaften die Saison 2012/ 2013 beendet). Trotz des dringenden Bedarfs ist die SG LL nicht ansatzweise bereit, es den Kindern aus der wachsenden Nachwuchsabteilung der BSG Chemie Leipzig und des TuS Leutzsch zu ermöglichen, auf den nachweislich ungenutzten Plätzen im Alfred-Kunze-Sportpark zu trainieren.

Der Vorstand der BSG Chemie Leipzig stellt öffentlich klar, dass selbstverständlich alle belastbaren Forderungen beglichen werden und die entsprechenden Mittel vorsorglich und bis zur endgültigen, gerichtlichen Klärung auf einem Anderkonto bereitgehalten werden.

Um dem Vollzug der angedrohten Trennung von Medienleitungen zuvorzukommen, wurde am 28.06.2013 beim Landgericht Leipzig eine einstweilige Verfügung erwirkt und dem Vorstand der SG LL durch den Gerichtsvollzieher zugestellt.

Im öffentlich einsehbaren Protokoll der Mitgliederversammlung der SG LL vom 31.05.2013 werden Zahlungsforderungen gegenüber der BSG Chemie Leipzig in Höhe von 23.000 € benannt und im Verlauf der Versammlung darauf fußend durch die Mitgliedschaft die Kündigung des Untermietverhältnisses gefordert. 

Wir widersprechen in aller Form diesen falschen Darstellungen und zeigen an, dass Vorstand und Aufsichtsrat der BSG Chemie Leipzig jeden Weg gehen und keine Aufwendungen scheuen werden, um den Verbleib unserer Mannschaften im Alfred-Kunze-Sportpark abzusichern.

Da alle Versuche auf bilateraler Ebene bisher gescheitert sind und alle Angebote abgelehnt wurden, muss dieser Prozess einer breiteren Öffentlichkeit transparent gemacht werden, bevor Vermieter und Hauptmieter des AKS für unseren Verein schädliche und irreversible Fakten schaffen.

Die BSG Chemie Leipzig will und wird sich trotz des aktuellen, sportlichen Rückschrittes stetig weiterentwickeln, um im Leipziger Westen eine verlässliche und stabile Größe für Sportler und Fans zu sein. Absolute Grundlage dafür ist ein sicheres Zuhause, welches durch uns auch zumindest gleichrangig mitgestaltet und ausgebaut werden kann. Dies ist und bleibt der Alfred- Kunze-Sportpark. Von hier kommt Chemie. Und hier bleibt auch Chemie!

Leipzig, den 29.06.2013

BSG Chemie Leipzig e.V.

Vorstand