Drehstart für Uwe Tellkamps großen Vorwenderoman “Der Turm“ in Dresden

Am Dienstag beginnen die Dreharbeiten für das historische Filmepos “Der Turm“ in Dresden. Die Mitteldeutsche Medienförderung fördert das Projekt mit 750.000 Euro. +++

Nach dem gleichnamigen und mehrfach ausgezeichneten Roman von Uwe Tellkamp, der kaleidoskopartig anhand einer Dresdener Arztfamilie die finalen sieben Jahre der DDR erzählt, verfilmt Regisseur Christian Schwochow die Romanadaption von Thomas Kirchner. Seine Protagonisten sind Dresdner Bildungsbürger, die in einer Art Refugium im Turmviertel das sozialistische System zu ignorieren versuchen. 

Gedreht wird bis Anfang Dezember in Dresden und Umgebung, Görlitz, Bad Düben, Tschechien und Berlin.

„Das Filmprojekt ist für mich aus zwei Gründen außerordentlich spannend: Zum einen ist es ein große Herausforderung, die komplexe Handlung des Buches für die Leinwand zu adaptieren“, sagte Johannes Beermann, Aufsichtsratsmitglied der Mitteldeutschen Medienförderung und Chef der Staatskanzlei. „Auf der Bühne des Staatsschauspiels Dresden ist dies bereits gelungen. Daran wird sich der Film messen lassen müssen. Zum anderen muss der Film die Stimmung des Buches, die nicht zuletzt dem Thomas Mann’schen Stil angelehnt ist, umsetzen. Dieser Stil ist ausschlaggebend für das Bild des bürgerlichen Dresdens in der Zeit des realexistierenden Sozialismus. Es ist ein Blick auf die DDR, den es bislang nicht gab. Ich freue mich auf das Projekt“ so der Chef der Staatskanzlei weiter.

Zum Inhalt: 
Der erfolgreiche Chirurg Richard Hoffmann (Jan Josef Liefers) hofft, als Nachfolger des Klinikchefs benannt zu werden. Doch eine Affäre mit der Sekretärin Josta Fischer (Nadja Uhl) mit der er eine Tochter hat, wird ihm zum Verhängnis. Diese macht ihn für die Stasi ebenso erpressbar wie eine vor Jahrzehnten begangene Jugendsünde. Richards Frau Anne (Claudia Michelsen) und sein Sohn Christian (Sebastian Urzendowsky) ahnen nichts von Richards Doppelleben. Christian soll in die Fußstapfen seines Vaters treten, dessen überhöhte Erwartungen an ihn zu einem entfremdeten Verhältnis führen. Umso vertrauter ist Christian mit seinem Onkel Meno (Götz Schubert), Annes älterem Bruder. Meno muss als Lektor einerseits die Vorgaben der Kulturbürokratie beachten, andererseits steht er menschlich den Autoren nahe, die von der Zensur bedroht werden. Als er sich in die Schriftstellerin Judith Schevola (Valerie Tscheplanowa) verliebt, gerät er in einen noch größeren, persönlichen Konflikt. Um einen Studienplatz für Medizin zu erlangen, ist Christian gezwungen, den „freiwilligen“ Wehrdienst in der Nationalen Volksarmee (NVA) abzuleisten. Seine Gefühle für die ehemalige Mitschülerin Reina (Josephin Busch) muss er ignorieren. In der NVA hält er den Druck nicht aus, beschimpft das „Scheiss-System“ und kommt ins Gefängnis. Wieder zuhause, erlebt er, dass sich die Stimmung im Land gewandelt hat. Die Beziehung seiner Eltern ist zerrüttet und seine Mutter und etliche Bekannte haben sich der Oppositionsbewegung angeschlossen.

“Der Turm“ ist eine teamWorx-Produktion in Koproduktion mit dem MDR und der Degeto Film sowie NDR, BR, WDR, SWR und RBB für Das Erste, gefördert durch die Mitteldeutsche Medienförderung und das Medienboard Berlin-Brandenburg in Zusammenarbeit mit BETA Film. Regie führt Christian Schwochow (NOVEMBERKIND, DIE UNSICHTBARE), nach dem Drehbuch von Thomas Kirchner (DAS WUNDER VON BERLIN, SCHICKSALSJAHRE). Die Kamera führt Frank Lamm. Die Produzenten sind Nico Hofmann und Benjamin Benedict, Producer Matthias Adler. Die redaktionelle Federführung hat Jana Brandt (MDR).

Quelle: Sächsische Staatskanzlei

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