Sachsenbad – Entscheidung fällt im Mai

Dresden - Dresdens Stadtrat hat am Donnerstagnachmittag in der Messe Dresden getagt. Gleich drei Tagesordnungspunkte widmete das Gremium dabei der heißdiskutierten Frage, wie die Zukunft des Sachsenbades im Stadtteil Pieschen gestaltet werden soll. Eines steht nun fest: Es wird noch im Mai eine endgültige Entscheidung geben.

Das fast 100-jährige Schwimmbad war bis 1994 eine der zentralen Anlaufstellen vieler Dresdner und ist vielen Bürgern und Bürgerinnen der Stadt auch heute noch eine Herzensangelegenheit. Im Sachsenbad wurden neben Fitness, Kraftsport, Gymnastik und Ballsport auch kulturelle Veranstaltungen wie verschiedene Kurse, Lesungen und Ausstellungen angeboten. Ganz pragmatisch betrachtet sehnt sich der Dresdner Nordwesten zudem schlicht nach einem eigenen Schwimmhalle, um weite Fahrten in andere Stadtteile zu vermeiden. Seit seiner Schließung vor fast 30 Jahren ist das Sachsenbad allerdings dem Verfall preisgegeben. Über die Rettung des denkmalgeschützten Gebäudes hatte die Stadt aber eigentlich bereits 2020 entschieden. Dresden schrieb die Immobilie zum Verkauf aus. Der siegreiche Investor möchte in dem historischem Bau neben einer Sauna- und Wellnesslandschaft auch Co-Working Arbeitsplätze schaffen - und zwar anstelle des großen Schwimmbeckens.

Doch gegen diese Pläne regte sich in der Pieschener Bürgerschaft Widerstand. Nach einer Unterschriftenaktion der Bürgerinitiative "Endlich Wasser ins Sachsenbad" des Vereins Pro Pieschen wurde die benötigte Anzahl von 2.500 Signaturen für das Zustandekommen eines Bürgerforum locker erreicht. Dieses soll nun am 19. April stattfinden. Das Ergebnis der Veranstaltung muss laut Gesetz bei einem Stadtratsbeschluss ernsthaft in Erwägung gezogen werden. In der bürgerlichen Vision für das Sachsenbad kommt allerdings kein Investor vor. Vielmehr soll die Stadt Eigentümer des Bades bleiben und dieses in der Tradition vergangener Tage wiederaufleben lassen.

Kritik an einer möglichen Rolle rückwärts äußert die FDP. Die von FDP und AFD favorisierte Variante, wonach ein neues, kostengünstiges Schwimmbad direkt neben dem dann verkauften historischen Sachsenbad entstehen soll, dürfte zumindest bei Teilen der Bevölkerung nur schwer vermittelbar sein. Andererseits werden bei einer Sanierung durch die Stadt wohl Mehrkosten im mittleren zweistelligen Millionenbereich fällig - gerade in Coronazeiten kein Pappenstiel. Die CDU zeigt sich entgegen vergangener Äußerungen wieder offener für neue Planungsvarianten, verlangt hierfür jedoch seriöse Finanzierungsvorschläge.

Derzeit erstellt der kommunale Stadtentwickler STESAD ein Gutachten mit verschiedenen Nutzungskonzepten, das Ende März fertiggestellt sein soll. Die SPD weist daraufhin, dass unabhängig von der letztendlichen Entscheidung zum Sachsenbad nicht mehr allzu viel Zeit bleibt, um eben jene zu fällen. Damit steht der Fahrplan bis zur Entscheidung über die Zukunft des Sachsenbades fest: Nach Einsicht der neuen Gutachten und dem Abhalten des Bürgerforum, das am 19. April ab 18 Uhr in der Messe Dresden abgehalten wird, entscheidet der Stadtrat auf seiner Sitzung am 12. Mai final über das Traditionsgebäude. Ob dann nach knapp 30 Jahren bald wieder Wasser im Sachsenbad fließt oder aber die Hoffnungen darauf endgültig verrinnen, wird sich zeigen.