Stadtrat: 4 Shoppingsonntage, Herkuleskeulen-Aus, Sperrstunde adé, Marwa El-Sherbini

Dresden - Dresdens Stadtrat hat auf seiner letzten Doppelsitzung vor der Sommerpause noch einmal eine Reihe von Beschlüssen gefasst. Einen Überblick über die wichtigsten Ergebnisse des Sitzungsmarathons sehen Sie hier:

Aus für die Herkuleskeule

Die alte Spielstätte des Traditionskabaretttheaters Herkuleskeule wird abgerissen. Gut ein halbes Jahrhundert nach Fertigstellung des Gebäudes am Sternplatz stimmte der Stadtrat nun für den Abriss. Damit verschwindet ein weiteres Stück Dresdner Ostmoderne aus dem Stadtbild der Landeshauptstadt. Für einen Erhalt der Spielstätte setzte sich bis zuletzt die FDP um Fraktionschef Holger Zastrow, der nun forderte, zumindest Fragmente wie den alten Schriftzug am Gebäude für die Nachwelt zu sichern. Als Gründe für den Abriss  wurde von den Grünen nicht zuletzt eine mögliche Asbest-Belastung und die schwierige Bauform angeführt.  Nach dem Abriss, der einen Millionenbetrag kosten dürfte, soll auf dem freigewordenem Areal städtische Wohnungen durch die kommunale Wohnungsbaugenossenschaft "Wohnen in Dresden" (WiD) errichtet werden.

4 Verkaufsoffene Sonntage

An insgesamt vier Sonntagen können die Dresdner in diesem Jahr zusätzlich einkaufen gehen.
Das betrifft das Wochenende des Tags der Deutschen Einheit (3. Oktober) sowie die Wochenenden vom 8. November, 6. & 20. Dezember. Mit der Maßnahme soll laut der Mehrheit aus AFD, CDU, Freien Wählern und FDP der Einzelhandel gestärkt werden, der durch die anhaltende Coronakrise weiter von starken Einahmeeinbußen betroffen ist. Grüne, Linke und SPD bezeichneten die Maßnahme als nicht zielführend und lehnten diese ab.

Sperrstunde aufgehoben

Frohe Kunde für die feierwütigen Dresdner: Mit einem einstimmigen Votum beschloss der Stadtrat die sofortige Aufhebung der Sperrstunde im gesamten Stadtgebiet. Diese galt bisher zwischen 5 und 6 Uhr morgens, und zwang viele Clubs bisher dazu, ihre Besucher herauszuwerfen. Neben ökonomischen Aspekten führten die Stadträte aber auch eine Weiterentwicklung der Gesellschaft und ein verändertes Feierverhalten zu späterer Stunde als Gründe zur Aufhebung an.

Gedenken an Marwa El-Sherbini

11 Jahre nach dem schockierenden Mord an der Ägypterin Marwa El-Sherbini, der internationales Aufsehen erregte, gedenkt die Landeshauptstadt Dresden nun mit der Benennung eines Parkes in "Marwa El-Sherbini-Park" der schrecklichen Tat. Der Park befindet sich unweit des Landgerichts, in dem die Pharmazeutin und frühere Spielerin der ägyptischen Handballnationalmannschaft als Zeugin während einer Strafverhandlung vom Angeklagten aus islam- und ausländerfeindlichen Motiven vor den Augen ihres Mannes und dreijährigen Sohnes mit 16 Messerstichen erstochen wurde.