Dresden-Gorbitz: Elfjähriger angegriffen – Zeugen gesucht

Mittwochnachmittag ereignete sich erneut ein Vorfall, bei dem ein Unbekannter ein Kind festhielt. Der Mann hatte sich einem elfjährigen Jungen von hinten genähert, packte er ihn am Arm und versuchte das Kind in Richtung eines Hauseinganges zu ziehen.+++

In der Folge packte er ihn am Arm und versuchte das Kind in Richtung eines Hauseinganges zu ziehen. Der Junge reagierte in dieser Situation richtig. Er schrie, trat gegen den Mann und versuchte auf sich aufmerksam zu machen, sodass der Unbekannte schließlich von ihm abließ und in Richtung Leutewitzer Ring flüchtete. Der Elfjährige war anschließend nach Hause gerannt und hatte seiner Mutter von dem Vorfall erzählt. Diese informierte die Polizei.

Der Junge beschrieb den Unbekannten als ca. 1,80 m großen Mann von sportlicher Gestalt. Er ist Mitte 30 und war komplett dunkel bekleidet. Er trug zusätzlich eine dunkle Wollmütze und eine dunkle Brille. Die Dresdner Polizei fragt: Wer kennt die beschriebene Person oder seinen Aufenthaltsort? Wer hat gestern Nachmittag zwischen der Höhenpromenade und Leutewitzer Ring Beobachtungen im Zusammenhang mit dem geschilderten Vorfall gemacht? Die Ermittler sehen einen Zusammenhang zu den beiden Vorfällen Anfang Januar in Löbtau.
 
Am 5. Januar hatte auf der Bünaustraße ein Unbekannter einem siebenjährigen Mädchen den Mund zugehalten. Durch den Biss ihres Hundes ließ er von dem Mädchen ab. Am 7. Januar hatte ein Unbekannter auf der Saalhausener Straße einem 12-jährigen Jungen den Mund zugehalten, den Arm verdreht und ihn bis zur Pietzschstraße geführt. Dort ließ er aufgrund eines Handyklingelns von ihm ab. Für einen Zusammenhang sprechen insbesondere die Beschreibung des Mannes, die örtliche Nähe der Taten und auch die Art der Begehungsweise, die über ein bloßes Ansprechen von Kindern hinausgeht.

Die Dresdner Polizei hatte zu den ersten beiden Fällen um Hinweise aus der Bevölkerung gebeten. Bisher gingen 42 Hinweise ein. Die Ermittler haben inzwischen alle abgearbeitet. Eine sogenannte „heiße Spur“ befand sich nicht darunter. Auch die Anwohner- und Passantenbefragungen entlang der Saalhausener Straße ergaben bisher keine Zeugen für die Vorfälle. Die Auswertung der gesicherten Spuren ist noch nicht abgeschlossen. Seit der Veröffentlichung der Vorfälle durch die Dresdner Polizei ist ein Phänomen zu beobachten, dass immer wieder vermeintlich verdächtiges Verhalten im Zusammenhang mit Kindern der Polizei gemeldet wird. Im Regelfall handelt es sich um das Ansprechen der Kinder, ohne dass ein konkretes Motiv erkennbar ist. Oder es werden „verdächtige“ Männer bzw. Fahrzeuge gemeldet, die im Umfeld von Schulen oder Kindergärten gesehen wurden. Diese Hinweise werden durch die Kriminalpolizei gesammelt und fortwährend ausgewertet. Sie unterscheiden sich jedoch deutlich von den drei Fällen in diesem Monat, in denen der Täter tatsächlich physische Gewalt gegen die Kinder eingesetzt hat und es auch keine Kontaktphase im Sinne eines Ansprechens gab. Vor dem Hintergrund mahnt die Polizei zur Besonnenheit beim Weitergeben von vermeintlichen Vorfällen auf Grundlage vom „Hörensagen“. Diese Gerüchte entwickeln meist sehr schnell eine Eigendynamik und erschweren die Ermittlungen mehr als sie helfen.

Quelle: Polizei Dresden