Dresden hat etwa 13 000 Kulturdenkmäler und acht Denkmalschutzgebiete

Das Rathaus Leuben, die heutige Kindertagesstätte ‚Rasselbande‘ und ein Wohnhaus in Krieschendorf aus dem 18. Jahrhundert waren 2010 drei herausragende Projekte.  +++

Stellvertretend für zahlreiche im Jahr 2010 abgeschlossene Sanierungen, Instandsetzungen und Umnutzungen von denkmalgeschützten Objekten und zugleich als besonders nennenswert herauszustellen sind folgende Gebäude: 

Das 1900/1901 durch Architekt Gustav Hänichen und Baumeister Otto Beeger in historisierenden Formen mit Anklängen an die Renaissance errichtete Gebäude „Rathaus Leuben“ ist Sitz des Ortsamtes Leuben.

Das aus dem ausgehenden 18. Jahrhundert stammende ehemalige Wohnstallhaus Krieschendorfer Straße 4 in Krieschendorf/Schönfelder Hochland wurde schrittweise und unter größtmöglichem Erhalt originaler Bausubstanz modernisiert. Dabei nutzten die Bauherren traditionelle Techniken und Materialien. Besonderer Wert wurde auf die geförderte energetische Ertüchtigung gelegt. Innendämmung mit Dämmplatten und mineralischem Leichtlehm, Niedertemperaturheizung und Solarenergie konnten schonend in das Gebäude integriert werden. Das führt zu einer Energieeinsparung von etwa 80 Prozent.

Die heutige Kindertagesstätte „Rasselbande“ in der Gret-Palucca-Straße 3 wurde zwischen 1963 und 1965 nach Entwurf durch Helmut Trauzettel und Kollektiv als Krippe für 72 Kinder ausgeführt. In der pavillonartigen Anordnung der Baukörper, der großzügigen Durchlichtung, kindgerechten Proportionierung sowie zeitgemäß heiteren Farbgebung stellt sie eine damals auch im internationalen Vergleich ebenso fortschrittliche wie sensible Lösung der Bauaufgabe dar. Das 2004 unter Denkmalschutz gestellte Gebäude wurde unter Beseitigung zahlreicher Überformungen der 70er bis 90er Jahre denkmalgerecht saniert und schonend mit zeitgemäßer Ausstattung und Technik versehen.

Im Jahr 2010 wurden durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 693 denkmalschutzrechtliche Genehmigungen erteilt sowie 1128 Stellungnahmen an die Bauaufsicht erarbeitet. Hinzu kamen 608 Stellungnahmen der Archäologie zu Bodeneingriffen sowie die Ausstellung von 652 Negativattesten im Zuge der Vorkaufsrechtsprüfung. Auch eine teilweise intensive Beratungstätigkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in vielen Einzelfällen (etwa Neue Mensa, Klostergut Oberwartha) darf nicht unerwähnt bleiben. Für Maßnahmen am Kulturdenkmal können Fördermittel oder Bescheide für Steuervergünstigungen beantragt werden. Im vergangenen Jahr gingen 46 Förderanträge mit einer Gesamtantragssumme von 2,5 Millionen Euro ein. Bezüglich der Steuerbescheinigungen wurden im letzten Jahr 700 Anträge mit einer Gesamtinvestitionssumme von 56 Millionen Euro bearbeitet.

Im Jahr 2010 stand der beliebte „Tag des offenen Denkmals“ am 12. September unter dem Thema „Kultur in Bewegung – Reisen, Handel und Verkehr“. Wie bereits in den Jahren zuvor wurden durch Mitarbeiter, ehrenamtliche Denkmalpfleger und Privatpersonen zahlreiche Führungen, auch über das Thema hinausgehend, angeboten und stark frequentiert.

Anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Dresdner Rathauses präsentierte das Amt für Kultur und Denkmalschutz und unter Mithilfe zahlreicher ehrenamtlicher Mitarbeiter eine Broschüre sowie eine große Ausstellung zur Geschichte der Dresdner Rathäuser.

Denkmalschutz als kommunale Aufgabe steht in einer Tradition, die bis zur Gründung der Altertumsvereine in den 1820er Jahren zurückreicht. Er versteht sich als Teil der Landeskultur und hat das Ziel, das gesellschaftlich-kulturelle Gedächtnis zu bewahren. Es geht dabei um die Sicherung der Kontinuität von (kultureller) Entwicklung und um die Bewahrung von Traditionen und Werten als Maßstab für Gegenwart und Zukunft. Aus diesem Grund sind Bauten, Straßen und Plätze, Stadt(teil)strukturen, Grundrisse, aber auch bewegliche Kulturgüter wie Raddampferflotte unter Schutz. Im Unterschied zu anderen Formen der Traditionspflege werden Kulturdenkmale als materialisierte Geschichte und damit als Dokumente der Vergangenheit betrachtet, die mit wissenschaftlichen Methoden zu untersuchen, zu behandeln und entsprechend solide fundiert überliefert werden, wobei der beste Denkmalschutz dann gelingt, wenn die Schutzgüter in die Lebensbezüge von Gegenwart und Zukunft integriert werden.

Die Landeshauptstadt Dresden ist die Untere Denkmalschutzbehörde. 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten hier im Amt für Kultur und Denkmalschutz. Sie beraten Denkmaleigentümer, Planer und Investoren in allen Fragen des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege, erteilen denkmalschutzrechtliche Genehmigungen, nehmen Stellung zu Bauanträgen und zum Vorkaufsrecht der Stadt und führen ordnungsrechtliche Maßnahmen durch (z. B. Sicherungsverfügungen). Auch werden seit der Verwaltungsreform 2008 Steuerbescheinigungen sowie Fördermittel aus dem Programm des Freistaates ausgereicht und denkmalschutzrechtliche Genehmigungen bei öffentlichen Bauvorhaben erteilt.

Quelle: Landeshauptstadt Dresden

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