Dresden ist noch nicht komplett Behindertenfreundlich

‚Ein Dresden für alle‘ fordern die Verbände und Menschen mit Behinderung bei einer Diskussion am gestrigen Dienstag. Dresden ist da noch nicht ganz am Ziel. +++

Circa 70950 Menschen lebten 2010 in Dresden mit Behinderung, davon sind 51.000 schwerbehindert. Für die Menschen ist Mobilität trotz ihrer Behinderung das A&O. Sie wollen ihr berufliches und auch privates Leben in aller Freheit und Unabhängigkeit selbst gestalten – und das gestaltet sich momentan an einigen Stellen noch schwierig.

Ein gutes Beispiel ist der Theaterplatz. Der Bordstein an der Haltestelle ist zu hoch für Rollstuhlfahrer – sie sind also auf eine Rampe angewiesen und damit auf Hilfe von außen. Für die meisten, so auch für Romy Pötschke, ist die bessere Lösung dann der Postplatz. Und von da aus ist es dann noch ein Stück. Der Theaterplatz selbst ist großzügig gepflastert, die Abstände und Rillen sind so groß, dass es zu Schwierigkeiten kommt. „…das wäre auch für Frauen miut Stückelschuhen ein Problem“ bemerkt die 31-jährige Rollstuhlfahrerin.

Trotzdem kann Dresden auch Erfolge feiern. Die Verkehrsbetriebe in Dresden sind bestens ausgerüstet: Es gibt Rampen, Blindeninformationssysteme, Laufschriften für Gehörlose. Auch die Museen – die besonders wichtig für Besucher der Stadt Dresden sind, haben sich ins Zeug gelegt: sie sind größtenteils barrierefrei, es gibt Führungen für Gehörlose und in einfacher Sprache. Auch das Stadtfest ist behindertenfreundlich aufgebaut, darauf kann Dresden Stolz sein.

An folgenden Punkten muss aber noch gearbeitet werden:

Unabhängige Bestimmung im beruflichen leben:
Behinderte werden an den meisten Schulen hierzulande sehr gut integriert, nun liegt der Schwerpunkt aber darauf, ihnen eine selbstbestimme Teilhabe zu ermöglichen, das bedeutet, dass allgemeinbildende Schulen zunehmend behindertenfreundlicher ausgebaut und umgebaut werden müssen und die Lehrer entsprechend ausgebildet sein sollen.

Unabhängige Bestimmung im privaten Leben:
Die Freizeit muss allein gestaltet werden können. Viele Behinderte kommen aus ihrer Wohnung ohne Hilfe jedoch nicht raus. Dafür würden 2000 barrierefreie Wohnungen benötigt und das ist zur Zeit nicht der Fall. Auch der Tourismus soll bei Sehenswürdigkeiten stärker an die Benachteiligten denken.

Quelle: SZ

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