Dresden Monarchs kämpfen sich an Tabellenspitze

In einem packenende Footballspiel besiegte das Team beim Gameday der Stadtreinigung Dresden am Samstag die Hamburg Blue Devils – und bleibt weiterhin ungeschlagen. +++

Über 4.500 Fans erlebten am Samstag beim Gameday der Stadtreinigung Dresden eine packende Footballschlacht. Die Dresden Monarchs gewannen das Herzschlagspiel mit 43:30 (15:7/7:10/14:6/7:7)



RESPEKT nach Hamburg! Was mussten sich die Blue Devils nicht alles anhören in den letzten Tagen. Vor allem nach der Klatsche gegen Kiel gab es Hohn, Spott und jede Menge böse Worte. Aber während sich die Meisten nur noch darüber stritten, mit wie viel Punkten die Dresden Monarchs sie wohl würden schlagen, tat man in Hamburg das, was man in so einer Situation tun muss.

Klaren Kopf behalten, die gemachten Fehler analysieren und sich mal ganz ruhig und sorgfältig auf den nächsten Gegner vorbereiten. Das hatten sie wahrlich. Hamburg spielte stark und konzentriert und brachte so die Gastgeber über weite Strecken gehörig durcheinander.
Respekt aber auch an die Monarchs, die sich, sichtbar überrascht, mit einer starken, kämpferischen Leistung aus dem drohenden Schlamassel zogen.


Das Spiel im Dresdner glücksgas stadion begann zunächst wie erwartet. Hamburg schnell mit einem 3 and out, Dresden mit dem ersten Touchdown. Jan Hilgenfeld lief über 18 Yard in die Endzone und verwandelte anschließend einen missglückten PAT in eine Two-Point Conversion (8:0). Doch schon mit dem nächsten Drive der Devils entwickelte sich der bis zum Ende andauernde offene Schlagabtausch. Hamburg hatte neben einem perfekt auf Dresden abgestimmten Gameplan noch ein Ass im Ärmel: Zachery Maynard!

Der neue QB hatte einen perfekten Einstand, belegte die Monarchs Defense mit einem Passgewitter, machte (fast) keine Fehler und konnte auf eine beeindruckend bissige und sicher O-Line bauen. Der erste TD der Hamburger ging über fast 25 Yard an Kay Stange (PAT Marvin Saine 8:7). Dresden konterte über Trevar Deed, der nach einem kurzen Lauf erhöhte (PAT Hilgenfeld 15:7). Dann wieder Hamburg. Die schienen nach einem verschossenen Fieldgoal schon gestoppt. Die Schiedsrichter hatten allerdings ein Foul der Dresdner gesehen.

Hamburg blieb am Ball und schaffte den nächsten TD. Wieder Maynard auf Stange – 15:14. Und wieder antwortete Dresden mit einem TD Lauf von Deed (PAT Hilgenfeld 22:14). Hamburg drückte weiter und stand u.a. Nach einer umstrittenen Strafe gegen Dresden erneut vor der Endzone. Das es da, knapp 3 Minuten vor der Pause keine Punkte gab ging eindeutig ans Publikum. Die veranstalteten plötzlich einen so wütenden, infernalischen Lärm und unterstützten so eine stärker werdende Monarchs Defense. Dennoch kam Hamburg noch näher ran. Patrick Hamid fing einen abgeklatschten Pass von Dresdens QB Jeff Welsh ab und leitete so ein 20 Yard Fieldgoal von Marvin Saine zum 22:17 Halbzeitstand ein.
Durchatmen.

Der Monarchs Anhang hoffte auf eine wirkungsvolle Kabinenansprache von Coach Spielbuehler. Und so kam man auch mit Schwung heraus: erster Spielzug – ein TD Lauf von Deed über das halbe Feld. Doch wieder gab es Flaggen und erneut lies sich Dresden davon aus dem Konzept bringen. Gleich der nächste Pass ging gründlich daneben und landete beim Hamburger Kent Flanders. Dank der Defense konnte Hamburg das aber nicht in Punkte verwandeln. So legte Dresden einen vor: Touchdown Pass auf Sebastian Krech (PAT Hilgenfeld 29:17).

Hamburg gab aber nicht auf. Wieder brachte Maynard mit seiner Umsichtigkeit und agilen Spielweise die Monarchs Verteidigung schier um den Verstand. Bemerkenswert vor allem seine Kaltschnäuzigkeit in langen, dritten Versuchen, die er wieder und wieder teilweise unter enormen Druck stehend in First Downs oder gleich in Punkte verwandelte. Der Anschluss Touchdown ging an Phillip Schulz (PAT geblockt 29:23). Die Antwort: ein langer Touchdown Pass auf Hilgenfeld (PAT Hilgenfeld 36:23).


Hamburg kam zu Beginn den letzten Viertels erneut ran. Maynard bediente Brendon Kelsey zum 36:30.
Und Dresden wackelte. Am deutlichsten zu sehen an zwei folgenden Fumbles von Trevar Deed. Immer wenn man dachte, jetzt spielen die Monarchs das ruhig runter ging der Ball verloren und Hamburg ging erneut in Angriff über. Doch so langsam schwanden vor allem der O-Line die Kräfte. Maynard kam nun mehr unter Druck und machte seinen ersten und entscheidenden Fehler: Ron Linder fing einen seiner Pässe ab und rannte unter dem Jubel der Viereinhalb Tausend in die Endzone (PAT Hilgenfeld 43:30).


Hamburg hat mit einer starken Leistung alle Kritiker Lügen gestraft und überraschte mit ihrem neuen Quarterback. So wie in Dresden haben sie nix mit dem Abstieg zu tun. Die Schiedsrichter-Crew wird mit Sicherheit viel auszuwerten (32 Flaggen für Strafen!) haben und die Monarchs haben eine deutliche Warnung bekommen. Doch ihre Reaktion und Kampfbereitschaft hat gezeigt, dass sie auch solche Spiele gewinnen können. Das nächste dieser Art wartet schon am kommenden Samstag, wo man zu den ebenfalls noch ungeschlagenen Lions nach Braunschweig muss.

Quelle: Dresden Monarchs