Dresden Monarchs kassieren erneut Niederlage

Vor reichlich 1000 Fans im Hockeypark von Mönchengladbach gewannen die gastgebenden Mavericks hochverdient mit 40:14. +++

Die Dresden Monarchs haben im fünften Saisonspiel die vierte Niederlage
kassiert. Vor reichlich 1000 Fans im Hockeypark von Mönchengladbach
gewannen die gastgebenden Mavericks hochverdient mit 40:14
(7:0/14:7/12:0/7:7).

Zeit für Klartext. Keine Ausreden mehr. Die Dresden Monarchs haben sich
nach vier Niederlagen im Tabellenkeller der GFL Nord festgesetzt. Keine
böswilligen, humor- und emotionslosen Zahlen sind Schuld an dieser
Situation, sondern die zuletzt gezeigte Leistung. Konnte man nach den
Niederlagen gegen Braunschweig noch von „unglücklich verloren“ reden,
gegen Kiel von einer „zu spät begonnenen Aufholjagd“ und vor einer Woche
gegen die Adler von „unglücklichen Umständen“ – in Mönchengladbach hat
das schwächere gegen das in allen Belangen stärkere Team verloren. So
einfach ist Football manchmal!

Das erste Viertel im schönen Gladbacher Hockeypark sah zunächst zwei
gleichwertige Gegner. Abwarten, Abtasten, Beobachten. Nach diesem
Prinzip spielten beide Mannschaften. Gladbach konnte als erstes auf
Angriff umschalten: Quarterback Collin Clancy dirigierte einen schönen,
schnellen und variablen Drive, der im ersten Touchdownlauf von Rodney
Kinlaw gipfelte (PAT Danny Lange 7:0). Kinlaw legte wenig später, zu
Beginn des zweiten Viertel eiskalt nach. Einen Punt der Monarchs konnte
der schnelle Amerikaner über gut 60 Yard zum zweiten Touchdown zurück
tragen (PAT Lange 14:0). Rodney Kinlaw war einer der Gastgeber, der an
diesem Spieltag glänzte und deutliche Ausrufezeichen in Richtung Rest
der GFL sendete. Im Vorfeld des Spiels war es durchaus leicht, z.B. den
Angriff des Aufsteigers zu unterschätzen. Die Statistik wies nach drei
Spielen gerademal 64 Lauf-Yards aus. Diese Zahl wurde an diesem sonnigen
Samstag abend locker erhöht. Konnte die Monarchs Defense zu Beginn des
Spiels Kinlaw noch recht schnell stoppen, brach der im Verlauf immer
wieder erste Tackles und konnte erst spät, oft zu spät gestellt werden.

Dresden kam erst Mitte des zweiten Viertels zum Zug. Zunächst hatte
Holger Hempel schon ein Fieldgoal aus kurzer Distanz verwandelt, da
brachte eine Strafe gegen Gladbach drei neue Chancen auf sieben Punkte.
Die Dritte verwandelte QB Tyler Graunke mit einem 19 Yard Pass auf Jan
Hilgenfeld (PAT Hempel 14:7). Doch die Gastgeber legten umgehend nach.
Gleich im nächsten Spielzug feuerte Clancy eine 80 Yard Granate auf Olaf
Fries zum dritten Touchdown (PAT Lange 21:7). Es mag der falsche
Eindruck sein, dennoch hatte man in der Folge das Gefühl, daß dies schon
der frühe Todesstoß für die Monarchs bedeutete. Die Spieler wirkten
resigniert. Daran änderte auch die Pause nichts. Gladbach agierte weiter
selbstbewusst. Ab und an hatte man das Gefühl, daß ihnen und ihrem gut
gelaunten Anhang die Überlegenheit schon ein wenig peinlich war. So
richtig ausgelassene Stimmung kam jedenfalls nicht auf, obwohl man allen
Grund dazu gehabt hätte. Mönchengladbach spielte sich zeitweise in
einen Rausch. Was auch immer sie versuchten: es gelang. Sie waren vor
allem in der zweiten Hälfte immer einen Schritt schneller, ein Stück
konsequenter, ein bisschen clevererer. Danny Lange erhöhte die Führung
per Fieldgoal. Und dann war es wieder Kinlaw, der nach einem 40 Yard
Pass von Clancy den vieren Touchdown einlochte. Der Sack war dann
spätestens zu, als Dresden bei einem verunglückten Snap einen Safety und
damit zwei weitere Punkte kassierte (33:7). Was folgte war ein eher
lockeres viertes Viertel. Das Spiel war entschieden. Gladbach begann
auszuwechseln. Und auch die Monarchs tauschten Spieler aus. Respekt
gebührt an dieser Stelle ausdrücklich Dresdens zweitem Quarterback Eric
Seidel. Der kam für Graunke aufs Feld und schob noch einmal beherzt
seine Offense nach vorn. Der Lohn war der zweite Touchdown, den Larry
Croom über die kurze Distanz erlief. Allerdings erst nachdem Florian
Pawlik für die Mavericks auf 40 Punkte erhöht hatte.

Diese Niederlage schmerzt. Der Blick auf die Tabelle tut nach all den
Erwartungen und Hoffnungen weh. Am meisten ganz sicher den Spielern
selbst. Es ist nachvollziehbar, daß sie frustriert sind. Sie müssen die
Enttäuschung der mitgereisten und daheimgebliebenen Fans ertragen. Es
ist verständlich, dass es schwer fällt, gerade im Wissen um die eigene
schwache Leistung die Kritik von außen zu ertragen. Und sie müssen mit
Häme der Konkurrenz leben. Doch die Kunst ist es, all dies in Energie
und Fokus für das nächste Spiel zu verwandeln. Wenn ihnen das gelingt,
dann können sie zeigen, daß sie ein deutlich besseres Team sind, als es
jetzt scheint. Doch bis es soweit ist, bis sie im nächsten Spiel alle
vom Gegenteil überzeugt haben, ist der Schein für alle Beobachter die
Realität.

Quelle: Dresden Monarchs

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