Dresden-Preis 2014 geht an Emmanuel Jal

Am Sonntag wurde zum fünften Mal der Dresden-Preis, ein internationaler Friedenspreis, in der Semperoper verliehen. In diesem Jahr ging die Auszeichnung an den sudanesischen Friedensaktivisten und ehemaligen Kindersoldaten Emmanuel Jal.+++

Kindersoldaten werden oft als „Lost Boys“, verlorene Jungen, bezeichnet. Denn wer bereits als Kind nichts als Hass und Gewalt kennenlernt, der ist verloren, so die Annahme. Dass dies nicht stimmen muss, beweist der diesjährige Preisträger des Dresdner Friedenspreises, Emmanuel Jal.

Der 33-Jährige Sudanese zog zum ersten mal als Elfjähriger in die Schlacht, bewaffnet mit einer Kalschnikow, die zu groß und zu schwer war für seine Kinderhände. 1992 floh Jal mit zehntausend anderen Kindersoldaten und wurde schließlich von einer englischen Sozialarbeiterin gerettet. Fortan hielt er statt der Waffe einen Stift in der Hand und erhielt dadurch eine zweite Chance.

Bildausschnitt: Emmanuel Jal, Preisträger

Heute engagiert sich der Musiker mit verschiedenen Organisationen dafür, dass auch andere ehemalige Kindersoldaten die gleiche Chance bekommen wie er. Außerdem kämpft er mit Amnesty International für die Kontrolle von Waffenexporten. Für seinen Traum, Frieden im Sudan und ganz Afrika, engagiert er sich unermüdlich.

Bildausschnitt: Fatou Bensouda, Chefanklägerin Internationaler Strafgerichtshof Den Haag

In seinen Liedern singt Emmanuel Jal von Frieden und erzählt die Geschichte seines Lebens. Mit Optimismus und Lebensfreude erreicht er die Menschen. So auch am Sonntag, als er das Publikum in der Semperoper von den Stühlen riss.

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