Dresden Titans: Planungen für 1. Regionalliga

Die Dresdner Basketballer blicken nach einem schweren Start auf eine meisterhafte Saison mit Happy-End zurück. +++

Als am vergangenen Samstagabend die Schlusssirene in  der Bayreuther Oberfrankenhalle ertönte, endete für Spieler, Trainer  und Fans der Dresden Titans eine lange Regionalliga-Saison, die mit  vielen Fragezeichen begann und mit einem Ausrufezeichen endete. 

Meisterschaft und Wiederaufstieg in die 1. Regionalliga stehen nach 19  Siegen und nur drei Niederlagen zu Buche. Eine Bilanz, von der niemand  auch nur geträumt hatte. Trotz herber Rückschläge in der  Saisonvorbereitung haben die „Titanen“ den Weg auf und abseits des  Parketts zurück in die Erfolgsspur gefunden.

„Damit hatte keiner im Verein gerechnet“, erklärt ein sichtlich  zufriedener Präsident Martin Henneberg am Rande der Meisterfeier.  „Nach dem Abstieg im letzten Jahr war eine sofortige Rückkehr in die  1. Regionalliga undenkbar“, gesteht das Vereinsoberhaupt.

Bevor man  den schweren Gang eine Liga tiefer antreten musste, war es für die  Titans vier Jahre lang kontinuierlich bergauf gegangen. Nun musste das  Aushängeschild des Dresdner Basketballsports eine Flut von  Hiobsbotschaften verkraften. Die Mannschaft schrumpfte Stück für Stück  auf einen Rumpfkader zusammen.
„Die Saisonvorbereitung war gewiss kein Zuckerschlecken. Erst brach der Etat um ein Drittel ein und dann verließen uns nahezu wöchentlich  Leistungsträger“, erinnert sich Manager Gert Küchler an den steinigen  Weg bis zum Start der neuen Spielzeit.

Kurz vor Saisonbeginn dann der  Supergau: Head Coach Ronny Schönau wechselte als Nachwuchstrainer zum  Erstligisten Eisbären Bremerhaven. „Man kann gut sagen, dass wir  danach fast wieder bei Null anfangen mussten, auch wenn Ronny durch  seine gute Arbeit seinem Nachfolger das Fundament für den heutigen  Erfolg mit bereitet hat“, so Küchler weiter.

Mit der Blitzverpflichtung von Thomas Krzywinski als neuen Trainer  bewiesen die Verantwortlichen binnen weniger Tage ihre Fähigkeiten im  Krisenmanagement. Zusammen mit dem 27-Jährigen formierte sich peu-à- peu ein neues Team. Die Ur-Titanen Robert Haas, Nacho Gonzales, Robert  Zobel und Tim Schmidt bekamen knapp ein Dutzend neuer und alter  Kollegen an die Seite gestellt. Mit einer Mischung aus  alteingesessenen Dresdner Korbjäger, wie Andreas Kelm und Holger  Stickel, und neuer Leistungsträger, wie etwa den aus Halle gekommenen  Georg Dölle oder dem Ex-Gothaer Oliver Dawid und Jungcenter Damir  Bagaric, bildeten die „Titanen“ einen jungen, hungrigen Kader ohne  jedwede Profispieler.Damit schlugen die Titans einen Kurs ein, der sich auszahlen sollte. 
Denn Krzywinski gelang es, aus nunmehr 14 ambitionierten Amateur- Korbjägern eine schlagkräftige Mannschaft zu schmieden, die zwar mit  einer Auftaktniederlage in das Abenteuer 2. Regionalliga startete,  danach aber unaufhaltsam in Richtung Tabellenspitze marschierte.

Mit der Meisterschaft im Rücken möchten die „Titanen“ nunmehr an ihrem  eingeschlagenen Kurs festhalten. So laufen bei Vorstand und Management  bereits die Planungen für die neue Spielzeit auf Hochtouren. „Mit dem  Aufstieg erwartet uns nächste Jahr ein sportlich deutlich höheres  Niveau, zudem kommen fünfstellige Mehrkosten auf uns zu. Deshalb gilt  es den Etat aufzustocken und die Mannschaft punktuell zu verstärken“,  erklärt Geschäftsführer Gert Küchler, der damit untermauert, dass man  den Aufstieg unbedingt wahrnehmen möchte.Bei den personellen Planungen wollen die „Titanen“ weiter auf die  Identifikation mit ihren jungen, einheimischen Leistungsträgern  vertrauen. Ein Ansinnen, dass in der 1. Regionalliga Südost durchaus  als mutig gilt, nachdem sich das Unterhaus der 2. Bundesliga in den  letzten Jahren stark weiterentwickelt hat. Die Mehrzahl der Teams  setzt auf Profis aus Nordamerika oder Europa. Die Grenze zum  Profisport ist fließend. Ein Versuch, der in Dresden scheiterte,  weshalb man nun mit Augenmaß agieren möchte.

„Die abgelaufene Saison  hat gezeigt, dass wir auch mit jungen, deutschen Spielern viel  erreichen können. Auf diesem Gedanken möchten wir aufbauen“,  bekräftigt der Manager.Verstärkt werden soll der Kader dennoch. Anders als im Vorjahr steht  allerdings das Grundgerüst. „Wir haben mit der Mannschaft gesprochen.  Sie hat sich für den Aufstieg ausgesprochen“, so Küchler, der  gleichwohl drei Abgängen ins Auge sehen muss. Urgestein Nacho Gonzales  und Jungspund Max Tölle werden Dresden definitiv nach dem Pokalfinale  Anfang Mai verlassen, bei Scharfschütze Andreas Kelm droht nach einer  beruflichen Veränderung dasselbe. „Bei allen drei Spielern hat sich  diese Entscheidung schon länger angekündigt. Dadurch wissen wir seit  geraumer Zeit woran wir sind und dass wir zwei neue Leistungsträger  auf der Center- und der Aufbauposition benötigen.

“Wo die Neuzugänge herkommen sollen, ist noch nicht absehbar. „Wir  gehen zurzeit aktiv auf die ein oder anderen Kandidaten zu, bieten  ihnen unsere Hilfe bei der Suche nach einem Ausbildungs- oder  Arbeitsplatz an. Dabei vertrauen wir natürlich auch auf die  Anziehungskraft unserer Stadt. Immerhin hat Dresden einiges zu bieten  und dürfte gerade für angehende Studenten ein reizvolles Pflaster  sein. Eine Top-Uni mit guten Verbindungen zur Wirtschaft, keine  Studiengebühren und dazu die sportliche Herausforderung in der 1.  Regionalliga Basketball vor bis zu 1.000 Zuschauern zu spielen – das  dürfte für den ein oder anderen schon reizvoll klingen“, hofft Küchler.Spätestens zum 31. Mai muss beim Verband für die neue Liga gemeldet  werden.

Bis dahin sollen Etat und Kader fürs nächste Jahr zum größten  Teil stehen. Nach den Zusagen der Protagonisten kann Küchler bereits  auch erste positive Signale aus den Reihen der eigenen Sponsoren  vermelden: „Ein Großteil unserer bestehenden Partner hat uns schon für  die nächste Saison zugesagt. Wir werden nun zusehen, dass wir noch den  ein oder anderen neuen Sponsor gewinnen.“ Klingt, als ob den Titans  wieder ein arbeitsreicher Sommer bevor, wenn auch diesmal unter  deutlich besseren Vorzeichen.

Quelle: Dresden Titans
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