Dresden wächst und wächst und wächst

“Bisher sind wir davon ausgegangen, dass im Jahr 2025 die Gesamtbevölkerung bei etwa 530 000 […] liegt. Jetzt sagen wir, dass 550 000 Einwohner wahrscheinlich sind“, sagt Christian Eichner, Leiter der Statistikstelle Dresden. +++

Prognose 2011 sieht positive Bevölkerungsentwicklung

„Wir freuen uns, dass die Entwicklung der vergangenen Jahre ungebrochen anhält und sogar stärker ist als bisher angenommen“, sagt der Erste Bürgermeister Dirk Hilbert über die aktuellen Entwicklungen. Gemeinsam mit der Technischen Universität Dresden, dem Institut für ökologische Raumentwicklung und dem Stadtplanungsamt hat die kommunale Statistikstelle die Bevölkerungsprognose 2011 entwickelt. 

„Bei unseren Untersuchungen ist deutlich geworden, dass auch der Anteil der 0 bis 6-Jährigen in den kommenden Jahren merklich höher ausfallen wird.“ Die alte Prognose sah zum Beispiel vor, dass 2012 in Dresden 16 807 Kinder unter 3 Jahren leben. Jetzt werden 17 242 Kinder erwartet. Bei den 3 bis 6-Jährigen steigt die Zahl 2012 von erwarteten 19 532 Kindern auf 19 921 (alle Zahlen bis 2020 entnehmen Sie bitte den Folien). „Neben den weiter steigenden Geburten hat sich auch das Verhalten bei Um- und Wegzügen verändert. Dies war so in der Vergangenheit nicht absehbar“, sagt Christian Eichner.

„Dresden hat sich zu einer modernen Stadt mit moderner Infrastruktur entwickelt. Dies spüren die Menschen und so ist auch nicht verwunderlich, dass immer mehr ihren Lebensmittelpunkt in Dresden suchen und finden“, ergänzt der Erste Bürgermeister Dirk Hilbert. „Neben der positiven wirtschaftlichen Entwicklung sind auch die guten Angebote in Betreuung und Bildung dafür verantwortlich, dass Familien dauerhaft in Dresden ihren Lebensmittelpunkt finden. Ich sehe uns als Verwaltungsspitze ausdrücklich in unserem politischen Weg bestätigt, dass wir weiter in Kitas und Schulen investieren müssen und so Dresden zu einem Bildungsmotor Deutschlands machen.“

Selbstverständlich muss die Stadtverwaltung nun auch auf diese neuen Prognosen reagieren. Hilbert: „Ich will gar nicht verhehlen, dass diese Bevölkerungsentwicklung eine echte Herausforderung für uns alle ist. Aber es ist eine gute Herausforderung und weitaus besser, als die Situation Anfang der 90er Jahre, als wir zahlreiche Kitas und Schulen in Dresden schließen mussten.“ Insbesondere der Geschäftsbereich Soziales setzt sich intensiv mit dem gestiegenen Platzbedarf in Krippen und Kindergärten auseinander. „Eines steht außer Frage: Wir wollen den ab 1. August 2013 gültigen Rechtsanspruch für 0 bis 3-Jährige erfüllen können und wir erfüllen den bestehenden Rechtsanspruch für alle Kindergartenkinder auch weiterhin“, betont Bürgermeister Martin Seidel. Insgesamt braucht es in den Krippen und Kindergärten rund 2100 Plätze mehr als bisher geplant. „Dies ist eine Mammutaufgabe, zumal der Großteil der neuen Plätze sehr kurzfristig gebraucht wird und wir bereits seit Juli am Ausbau von rund 1700 zusätzlichen Betreuungsplätzen mit einem Investitionsumfang von rund 25,6 Mio. Euro für die nächsten Jahre arbeiten. Das können wir nicht alleine stemmen. Eine Säule des derzeit im Entwurf stehenden Maßnahmepaketes wird deshalb neben dem Ausbau der Kindertagespflege um weitere 250 Plätze auch der Ausbau betriebsnaher Angebote um rund 360 Plätze sein. Denn eines ist klar, der Vorteil einer bedarfsgerechten Kindertagesbetreuung liegt nicht nur bei den Familien, sondern auch den Dresdner Unternehmen“, so Seidel.

Selbstverständlich ist auch die Schulnetzplanung betroffen. „Die Kinder kommen spätestens in sechs Jahren in unseren Schulen an. Deshalb werden wir die Schulnetzplanung nicht wie bisher alle fünf Jahre fortschreiben, sondern schon nach zwei Jahren evaluieren“, sagt Bürgermeister Winfried Lehmann. „Ich bin überzeugt davon, dass die Investitionen für Schulen gegenüber unseren bisherigen Planungen weiter deutlich aufgestockt werden müssen.“

Insgesamt beziffert Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann den aus dem Zuwachs in der Bevölkerungsprognose entstandenen Mehrbedarf auf rund 131 Millionen Euro bis 2015. Aber auch danach werden noch erhebliche zusätzliche Investitionen in den Schulbereich notwendig sein. „Dies können nur erste Schätzungen sein“, erklärt Vorjohann weiter. „Klar ist, dass wir umfangreiche Summen für den Bildungsbereich geplant haben, dies aber immer noch nicht ausreicht.“ Auch andere Bereiche der Verwaltung werden selbstverständlich betroffen sein. Vorjohann: „Was dies für die städtischen Finanzen bedeutet, werden wir in Vorbereitung für den Haushalt 2013 und 14 sehen.“

Dirk Hilbert, Erster Bürgermeister, betont aber: „Wir werden dem Stadtrat keine Investitionen vorschlagen, die sich später als überflüssig erweisen. Auch Dresden wird irgendwann den demografischen Wandel hin zu einer älteren Gesellschaft zu spüren bekommen. Deshalb müssen alle Vorhaben so gestrickt sein, dass sie den kurz- und mittelfristigen Bedarf zwar decken, trotzdem aber nachhaltig sind.“

Quelle: Stadt Dresden

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