Dresden will Chipkarte für Geflüchtete einführen

Dresden - In den Verhandlungen zwischen Stadtverwaltung, Krankenkassen und Ärztevertretern zur elektronischen Gesundheitskarte für Flüchtlinge zeichnet sich eine Einigung ab. Dresden wäre die erste sächsische Kommune, die die Chipkarte für Flüchtlinge einführt.

Vertreter der Stadtverwaltung und von drei gesetzlichen Krankenkassen haben die grundsätzlichen Fragen im Zusammenhang mit der Chipkarte für Geflüchtete erörtert. Vorausgegangen war ein mehrmonatiger Prüfprozess. Hintergrund ist die komplexe Rechtsmaterie mit mehreren Beteiligten – Stadtverwaltung, Krankenversicherung, Ärzteschaft, Kassenärztliche Vereinigung und Landesdirektion. 2015 hatte der Stadtrat die Verwaltung beauftragt, eine elektronische Gesundheitskarte für Geflüchtete zu prüfen und ggf. einzuführen. Im Vorfeld des Gesprächs hatte die Landesdirektion in einem Schreiben dargelegt, welche Maßgaben aus ihrer Sicht zu beachten sind. Konkret ging es um die notwendigen Nachweise, die die Stadtverwaltung zur Abrechnung der medizinischen Leistungen benötigt. Darauf konnte man sich nun mit den Krankenkassen verständigen.

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„Unser Ziel ist es, jetzt zügig die Vereinbarung mit den Krankenkassen abzuschließen. Ein Vertragsentwurf liegt bereits vor. Ich bin deshalb zuversichtlich, dass wir die letzten Schritte zur elektronischen Gesundheitskarte für Geflüchtete ohne Schwierigkeiten gehen werden. Wenn das klappt, wäre die Landeshauptstadt Dresden die erste Kommune in Sachsen, in der Geflüchtete mit der Chipkarte zum Arzt gehen können“, so Sozialbürgermeisterin Kris Kaufmann (Linke). Bis das soweit ist, müssen Asylbewerber weiterhin einen Behandlungsschein beim Sozialamt beantragen, wenn sie einen Arzt aufsuchen wollen.