Dresdens Erben e.V. fordern Erhalt des Kulturpalastes in seiner funktionbezogenen Gestalt

Jana Knauth, Vereinsvorsitzende Dresdens Erben: “Wir fordern die Stadt auf, die Bürger nicht länger zu verschaukeln und sowohl das neue Nutzungskonzept als auch die aktuellen Kostenschätzungen offenzulegen.“ +++

Pressemitteilung von Dresdens Erben e.V. vom 31. Oktober 2010:

Wie vergangene Woche zu erfahren war, kritisiert der Bund der Steuerzahler die Verschwendung öffentlicher Mittel den Druck und die Verbreitung einer Hochglanzbroschüre zur Rechtfertigung des Umbaus des Kulturpalastes Dresden. Gleichzeitig sind die Pläne zur Liquidation der Konzert- und Kongressgesellschaft bekannt geworden. Diese beiden Ereignisse bestätigen die Skepsis gegenüber den vorgeschlagenen Umbaumaßnahmen. Umso vehementer treten Dresdens Erben für den Erhalt des Gebäudes in seiner funktionbezogenen Gestalt sowie das bewährte Nutzungskonzept ein.
Jana Knauth, Vereinsvorsitzende: „Wir fordern die Stadt auf, die Bürger nicht länger zu verschaukeln und sowohl das neue Nutzungskonzept als auch die aktuellen Kostenschätzungen offenzulegen.“
Dresdens Erben schlagen vor, die im Haushaltsentwurf vorgesehenen Mittel darauf zu verwenden, die Sanierung des Hauses und die akustische Ertüchtigung des Saales zu planen und umzusetzen.

Gleichzeitig starten Dresdens Erben eine weitere Aktion zum Kulturpalast: Alle Besucher des Hauses werden gebeten, sich an ihre schönsten, witzigsten oder berührendsten Erlebnisse im Zusammenhang mit dem Kulturpalast zu erinnern. Aus den Erlebnissen der Besucher sollen die bewegte und facettenreiche Vergangenheit und Gegenwart erstehen und belegen, wie beliebt das Haus ist und wie vielschichtig das Spektrum der Menschen und Veranstaltungen war und ist.
Gesucht werden die spannendsten Kurzgeschichten im Zusammenhang mit den Veranstaltungen, witzige Anekdoten mit den Künstlern, berührende Momente, die das eigenen Leben prägen – kurzum alle persönlichen Erinnerungen, die an das Gebäude Kulturpalast geknüpft sind.

Eingesendet werden können die Beiträge und Fotos an Dresdens Erben e.V., Judeichstraße 7, 01099 Dresden oder per E-Mail an dresdens-erben@gmx.de. E
Einsendeschluß ist der 28. November 2010. Bei kostbaren Originalen kommen Mitarbeiter des Vereins auch gern selbst vorbei, um sie einzuscannen.
Am 12. Dezember werden die schönsten Beiträge rund um das Gebäude ausgestellt.

Hintergrund:
Anläßlich des 41. Jahrestages der Eröffnung des Kulturpalastes startete der Verein eine Aktion zur Erhaltung des vom Umbau bedrohten Hauses. Der Spendenaufruf für die Urheberrechtsklage des Erbauers Dr. hc. Wolfgang Hänsch erbrachte bisher 11.200 Euro.

Im Juli 2008 hatte der Dresdner Stadtrat beschlossen, die akustisch ungenügende Spielstätte der Dresdner Philharmonie, den Dresdner Kulturpalast, in einen Konzertsaal der internationalen Spitzenklasse umzubauen. An dem Architektenwettbewerb hatten sich 28 Büros aus ganz Europa beteiligt. Zusammen mit der Dresdner Philharmonie wird auch die Städtische Bibliothek nach dem Umbau den Kulturpalast nutzen und in verglasten Türmen rechts und links des Konzertsaals ihren Platz finden. Auch das Kabarett „Die Herkuleskeule“ soll im Gebäude seine neue Spielstätte erhalten. In den letzten Monaten wurde erneut eine Diskussion über den Neubau eines separaten Konzertsaals für die Dresdner Philharmonie von Kritikern des Konzepts „Konzertsaal“ im Kulturpalast angestoßen.

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