Dresdens Stasi Zentrale wird saniert

Am Dienstag gab Sachsens Finanzminister Unland (CDU) bekannt, dass 1,9 Mio Euro für die Sanierung der Gedenkstätte “Bautzner Straße“ in Dresden freigegebend wurden. +++

Zastrow/Rohwer: Erweiterung und Sanierung der Dresdner Stasi-Gedenkstätte gesichert

Sachsens Finanzminister, Prof. Georg Unland (CDU), hat heute das Kabinett informiert, dass 1,9 Millionen Euro für die Erweiterung der Gedenkstätte “Bautzner Straße“ in Dresden, der ehemaligen Stasi-Zentrale, freigegeben werden. Mit den Mitteln, die an die Landeshauptstadt Dresden als Eigentümerin und Bauherrin fließen, soll Haus 2 der Gedenkstätte erweitert und saniert werden. Im Erdgeschoss soll ein neuer Haupteingangsbereich mit Foyer, Dokumentations- und Empfangsraum entstehen, im ersten und zweiten Geschoss der Veranstaltungsraum mit Nebenräumen, im dritten Obergeschoss ein Bildungs- und Begegnungstrakt und im vierten Obergeschoss Büro-, Beratungs- Ausstellungs- und Archivräume.

Die Mittel stammen aus Rückflüssen des Vermögens von Parteien und Massenorganisationen der ehemaligen DDR, die das sächsische Finanzministerium verwaltet. Die finanzpolitischen Sprecher der Koalitionsfraktionen im Landtag, Holger Zastrow (FDP) und Lars Rohwer (CDU), hatten sich beim sächsischen Finanzministerium für diese Verwendung der Gelder eingesetzt.

Dazu erklärt Holger Zastrow, Vorsitzender und finanzpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Sächsischen Landtag sowie Vorsitzender der FDP-Fraktion im Dresdner Stadtrat:

Ich freue mich auch ganz persönlich, dass Erweiterung und Sanierung der Stasi-Gedenkstätte Bautzner Straße in Dresden gesichert sind. Es ist mir eine Herzensangelegenheit, die Erinnerung an 40 Jahre SED-Diktatur und die Friedliche Revolution 1989/90 wachzuhalten.

Dies ist 20 Jahre nach der Friedlichen Revolution nötiger als je zuvor. Die DDR wird immer mehr vollkommen unzulässig zu einer schrulligen Kuscheldiktatur mit Knusperflocken und Vita-Cola verklärt. Der Alltag in einer Diktatur mit schier allmächtiger Stasi und Willkür-Justiz rückt bei vielen leider immer mehr in den Hintergrund der Erinnerungen. Wir müssen daher der von interessierter Seite geschürten Legende begegnen, dass der Sozialismus irgendwie schon eine gute Idee war, deren Umsetzung dann halt nur schiefgelaufen ist.

“Gerade bei jungen Menschen, die die SED-Diktatur nicht mehr miterlebt haben, muss das Bewusstsein für unsere jüngste Geschichte geschaffen werden. Das bewerkstelligen wir nicht allein mit ?trockenem? Geschichtsunterricht. Die Gedenkstätte verfolgt ein großartiges pädagogisches und museales Konzept: Sie ist praktisch ?Geschichte zum Anfassen?. Nichts ist so beeindruckend wie eine Art Zeitreise ins Dresdner Herz der Krake Stasi. Ergänzt wird dieses Konzept von Veranstaltungen und Begegnungen mit Zeitzeugen, die jungen Menschen aus erster Hand über ihre leidvollen Erfahrungen mit den Unrechtsapparat berichten können.“

Zudem erklärt Lars Rohwer, finanzpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion des Sächsischen Landtages:

Viele Dresdner verbinden mit der ehemaligen “Stasi-Zentrale“ an der Bautzner Straße noch heute furchtbare Erinnerungen. Der 5. Dezember 1989 war für diese Menschen wie ein zweiter Tag der Befreiung. Auch viele der heute in Sachsen aktiven CDU-Mitglieder waren damals unter den Demonstranten, die das Stasi-Gebäude gestürmt und besetzt haben. Selbst wenn Politiker der Linken diese Geschehnisse immer wieder gern herunterspielen, müssen wir als Demokraten unseren Kindern und Enkeln die geschichtliche Wahrheit vermitteln. Mit der Erhaltung und Erweiterung der Gedenkstätte an der Bautzner Straße kann endlich das sehr gute Konzept des Trägervereins unter Leitung des Dresdner Ex-Oberbürgermeisters Herbert Wagner umgesetzt werden.“

HINTERGRUND:

1990 wurde die Unabhängige Kommission zur Überprüfung des Vermögens der Parteien und Massenorganisationen der DDR (UKPV) eingesetzt. Sie konnte bis zu ihrer Auflösung im Jahr 2006 Vermögenswerte in Höhe von rund 1,6 Milliarden Euro ermitteln, davon rund zwei Drittel von der SED. Auch danach folgten jedoch noch Eingänge aus verschiedenen Nachforschungen im Ausland. Beispielsweise erhielt die Bundesrepublik Deutschland im März 2010 noch etwa 240 Millionen Euro vom Obergericht des Kantons Zürich zugesprochen.

Die Gedenkstätte Bautzner Straße in Dresden im Internet: http://www.bautzner-strasse-dresden.de/

++
Immer aktuell informiert – mit dem DRESDEN FERNSEHEN Newsletter!