Dresdens Straßen brauchen 10 Millionen Euro

Das aktuelle Budget liegt bei etwa 1,3 Millionen Euro. Um wirklich alle Schäden nachhaltig zu beseitigen, wären etwa zehn Millionen Euro nötig. +++

Endlich ist der Winter vorbei und bis zu den letzten Herbsttagen wird sich wohl kaum jemand nach Schnee sehnen. Die frost- und schneefreie Zeit wird auch dringend benötigt, um die Schäden, die der strenge Winter auf Dresdens Straßen hinterlassen hat, zu beseitigen. Das aktuelle Budget dafür liegt bei etwa 1,3 Millionen Euro. Um wirklich alle Schäden nachhaltig zu beseitigen, wären etwa zehn Millionen Euro nötig. Das Ministerium für Wirtschaft und Verkehr hat angekündigt, dass die Kommunen insgesamt rund 50 Millionen Euro zur Winterschadensbeseitigung an Straßen erhalten.  Dresden stehen davon etwa 2,3 Millionen Euro zu.
Auf 176 Straßenabschnitten sind aktuell in der Saison 2012/2013 Winterschäden registriert. Genau 286 Warnschilder weisen darauf hin. Seit Anfang April arbeiten drei städtische „Flickzüge“, um Schlaglöcher zu beseitigen und bis Mai werden Flickleistungen u. a. auf folgenden Straßen durch Zeitvertragsfirmen durchgeführt: Hansastraße (95 000 Euro), Grillparzer Straße (60 000 Euro); Altkaitz/Boderitzer Straße/Gostritzer Straße (80 000 Euro); Zellescher Weg (20 000 Euro); Merbitzer Straße (15 000 Euro); Steinbacher Straße (30 000 Euro); Schützenhofstraße (20 000 Euro); Eichbuscher Ring (55 000 Euro); Am Querweg (50 000 Euro). Für etwa 10 000 Euro sind in Leuben und Prohlis bereits Arbeiten abgeschlossen. Insgesamt hat die Schlaglochbeseitigung bisher etwa 435 000 Euro gekostet.

Zum Einsatz kommt auf Dresdens Straßen auch der sogenannte Kaugummiasphalt. Mit dem Reparaturmaterial kann man auch bei niedrigen Außentemperaturen gefährliche Schlaglöcher beseitigen. Die Masse besteht aus kleinen Kügelchen, die sich im Schlagloch gut verteilen lassen. Sie sind mit einer Schutzhaut umschlossen. Nach der Verdichtung mit einer Rüttelplatte, Handramme oder aber auch nur durch das Überfahren bricht die Schutzhaut auf und gewährleistet durch eine chemische Reaktion das Aushärten. Kaugummiasphalt bildet schnell eine permanente und wasserundurchlässige Fläche und verbindet sich mit seiner Umgebung. Geflickte Flächen müssen nicht abgestreut werden. Kaugummiasphalt gibt es in kleinen Packgrößen und kann so auch für Einzellöcher verarbeitet werden. Erstmalig testete Dresden das Material 2011 auf der Winterbergstraße. Kaugummiasphalt ist kein Allheilmittel, denn bei großflächiger Flickung und Beseitigung von Netzrissen hat er sich nicht bewährt. Außerdem hält er auf hoch belasteten Straßen mit ÖPNV mit ständigen Brems- und Lenkbewegungen nicht lange stand. Beispiele: Pillnitzer Straße in der Höhe Blochmannstraße und Langer Weg; vor dem Café Toscana am Blauen Wunder. Kaugummiasphalt ist um ein Vielfaches teurer als herkömmliches Heißmischgut (bei gleicher Menge 600 Euro und 60 Euro). Die Inspektionen testen jetzt die verschiedensten Einsatzfälle und werden diese längerfristig auswerten. Es gibt bisher keine Erkenntnisse darüber, wie sich das Material bei großer Sommerhitze verhält. Fazit: Kaugummiasphalt ist ein gutes Mittel, das bei niedrigen Außentemperaturen, bei denen kein Heißmischgut verfügbar ist, nicht zu große Schlaglöcher zu flicken. Er ist aber keine Alternative zur dauerhaften Flickung mit Heißmischgut oder gar Gussasphalt.

Winterdienstbilanz
Glatt war es in Dresden im letzten Winter an genau 107 Tagen. Das hieß: Streuen für den Dresdner Winterdienst: Oktober drei Tage, November fünf Tage, Dezember 23 Tage, Januar 19 Tage, Februar 26 Tage, März 27 Tage und April vier Tage. An 120 Tagen waren die Streufahrzeuge auch nachts unterwegs: Oktober fünf Tage, November 15 Tage, Dezember 24 Tage, Januar 18 Tage, Februar 27 Tage, März 24 Tage und April sieben Tage. Schneefall und Schneegriesel waren an 84 Tagen die Herausforderung: Oktober ein Tag, November zwei Tage, Dezember 15 Tage, Januar 17 Tage, Februar 22 Tage, März 20 Tage, April 7 Tage. An 66 Tagen musste Schnee geschoben werden: Oktober drei Tage, November zwei Tage; Dezember 16 Tage; Januar 16 Tage; Februar 19 Tage und März zehn Tage.  
Von Oktober 2012 bis Dezember 2012 kostete das 512 908 Euro. Ab Januar 2013 bis einschließlich 12. April 2013 weitere 1 058 607 Euro, insgesamt also über 1,5 Millionen Euro.

Für Materialien, wie Streusalz, Splitt, Plähschiefer und Sand, hat die Stadt bis Dezember 2012 insgesamt 375 867 Euro ausgegeben. Weitere 487 919 Euro kamen von Januar 2013 bis März 2013 dazu. Machen insgesamt Materialkosten von 863 786 für diese Winterperiode.

Quelle: Stadt Dresden