Dresdner Betriebskostenspiegel veröffentlicht

Mieter in Dresden zahlen im Durchschnitt 2,38 Euro pro Quadratmeter im Monat für Betriebskosten. Rechnet man die Beträge aller möglichen Betriebskostenarten zusammen, kann die sogenannte zweite Miete bis zu 3,05 Euro pro Quadratmeter und Monat betragen. +++

Nicht in jeder Betriebskostenabrechnung sind jedoch alle denkbaren Betriebs- kostenarten enthalten. Rechnet man deren Einzelbeträge zusammen, kann die so genannte zweite Miete bis zu 3,05 Euro pro Quadratmeter und Monat betragen.

Diese Werte gehen aus dem gerade veröffentlichten Betriebskostenspiegel (Abrechnungsjahr 2012) für die sächsische Landeshauptstadt hervor. 2012 fielen im Durchschnitt 6 Cent pro Quadratmeter mehr an als 2011. Der größte Anstieg ist bei den Heizkosten zu verzeichnen: von 1,04 auf 1,25 Euro pro Quadratmeter und Monat.

„Das war zu erwarten“, erklärt der Vereinsvorsitzende Peter Bar-tels. „2012 hatten wir einen sehr strengen Winter, und es musste mehr und länger geheizt werden als üblich.“ Der Auswertung , die im Auftrag des Mietervereins Dresden und Umgebung e.V. vom Deutschen Mieterbundes e.V. in Kooperation mit der mindUp GmbH vorgenommen wurde, liegen Betriebskostenabrechnungen des Jahres 2012 über 879.000 Quadratmeter Mietwohnungsfläche zugrunde.

Der Betriebskostenspiegel ist eine Orientierungshilfe für Wohnungssuchende, Mieter, Vermieter und Behörden. Er liefert Anhaltspunkte zur Prüfung von Abrechnungen nach dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit und gibt Hinweise über Einsparmöglichkeiten. Allerdings ist der Betriebskostenspiegel kein rechtsverbindliches Instrument, wie etwa der Mietspiegel. So können aufgrund erheblicher Unterschiede in der Ausstatt ung und Beschaffenheit der Gebäude und Grundstücke sowie im Verbrauchsverhalten der Nutzer die tatsächlichen Kosten mehr oder weniger von den Durchschnittswerten abweichen.

Andererseits können aber auch Abrechnungsfehler, unzulässige bzw. unwirtschaftliche Kosten oder fehlerhafte Umlageschlüssel Ursache für Mehrkosten sein. „Wir empfehlen Mietern daher, unerklärliche Abweichungen von den Durchschnittswerten des Betriebskostenspiegels zum Anlass für eine genauere Prüfung zu nehmen“, rät Bartels. „Es können auch Fehler dahinterstecken, die der Laie nur schwer erkennt.“

Zu den häufigsten Fehlern, die der Mieterverein im Rahmen von Betriebskostenprüfungen feststellt, gehören nicht vereinbarte Kostenpositionen, herausgerechneter Wohnungsleerstand und die Umlage unzulässiger Reparatur – und Verwaltungskosten.

Letztere sind manchmal in Positionen wie Hausmeister oder Wartung von Heizungsanlagen bzw. Aufzügen versteckt. Viele Mieter sind auch mit schwer nachvollziehbaren Heiz – und Warmwasserkostenabrechnungen überfordert, obwohl diese meist von spezialisierten Messdienstfirmen erstellt werden. Schließlich sollte man auch prüfen , ob die in der Abrechnung deklarierten Vorauszahlungen mit den tatsächlich geleisteten übereinstimmen.

Quelle: Mieterverein Dresden und Umgebung e.V.