Dresdner Forscher graben Brunnen aus der Jungsteinzeit aus

  Was jetzt in Dresden erforscht wird, könnte unser Bild von der Jungsteinzeit völlig verändern.

  In einer unscheinbaren Lagerhalle in Dresden Klotzsche liegt eine wahre Fundgrube für Archäologen. Eingebettet in einem 90 Tonnen schweren Lehmklumpen liegt ein 7100 Jahre alter Brunnen aus der Jungsteinzeit. In mühevoller Kleinarbeit wird er freigelegt und gibt dabei immer wieder so noch nie gesehene Funde frei, die viel über das Leben in der Jungsteinzeit verraten.

Gefunden wurde der Brunnen vor vier Jahren bei Bauarbeiten auf dem Flughafen Leipzig Halle. Da sich der Brunnen genau unter der neuen Landebahn befand, wurde er im Block herausgelöst und erst in Dresden ausgegraben.

Die Funde elektrisieren die Archäologen. Der Brunnen ist einzigartig gut erhalten. Dazu haben sich in der nassen Erde organische Funde erhalten, die sonst verrottet wären, wie etwa Bastschnüre. Gerade legen die Forscher einen Beutel aus Rindenbast frei.

Interview Rengert Elburg, Grabungsleiter
 
So fanden die Forscher auch Mohn und Bilsenkraut im Brunnen, damit lassen sich auch Rauschzustände erzeugen. Die Funde sollen ab Februar in Leipzig ausgestellt werden. Der Brunnen selbst wird dann noch nicht zu sehen sein- das Holz zu trocknen, dauert mehrere Jahre.

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