Dresdner Hacker gewinnt Europameisterschaft

Dresden - Der 20-jährige Informatik-Student Benno Fünfstück aus Dresden hat erfolgreich an der 5. European Cyber Security Challenge in London teilgenommen. Das deutsche Hacker-Team ist Europameister geworden.

Benno Fünfstück (im Bild unten 3. von rechts)

Im Hacken ist der deutsche IT-Nach­wuchs spitze. Erstmals konnte Deutschland die Euro­pa­meisterschaft, die vom 14. bis 17. Oktober im Tobacco Dock in London stattfand, für sich entscheiden. Frankreich und Großbritannien belegten die Plätze 2 und 3. Bei dem Live-Wettbewerb traten junge IT-Sicherheitstalente aus 17 europäischen Ländern gegeneinander an, um Sicherheits­lücken aufzuspüren und mit ihren IT-Kenntnissen zu glänzen.

Im historischen Tobacco Dock mussten sie viele knifflige Aufgaben aus dem Bereich Cybersecurity unter Zeitdruck lösen. Dazu bekamen die Teams jeweils eine Vielzahl von Aufgaben aus dem Bereich der Software- und Hardware­sicherheit gestellt. Die jungen IT-Spezialisten mussten die Schwachstellen schnell aufspüren um damit die anderen Teams punktetechnisch hinter sich zu lassen. Zum Schluss hatten alle Teams die Gelegenheit, mit einer Präsentation zu überzeugen und ihre Bewertung noch zu verbessern. Trotz des Wettkampfgedankens kamen der Spaß und die Vernetzung untereinander nicht zu kurz.

Zum deutschen Team gehörten: Die Informatik-Studenten Benno Fünfstück, 20, aus Dresden, Florian Bauckholt, 19, aus Saarbrücken, Tim Schmidt, 21, aus Karlsruhe, Simon Schwarz, 19, aus Saarbrücken, Linus Henze, 18, aus Koblenz, Nico Gründel, 20, aus Saarbrücken sowie Benjamin Walny, 21, IT-Sicherheit von der Ruhr-Universität-Bochum, Tobias Madl, 25, Master of Applied Science in Automatic Security aus München, Alain Rödel, 24, Technische Kybernetik M.Sc. aus Stuttgart und Thomas Lambertz, 22, Elektrotechnik M.Sc aus Aachen. Die Studierenden hatten sich zuvor im Landesfinale in Düsseldorf für die European Cyber Security Challenge (ECSC) qualifiziert.

Die European Cyber Security Challenge ist ein europaweit koordinierter Wettkampf zum Thema IT-Sicherheit. Nationale Organisationen suchen dafür ihre besten IT-Talente und entsenden jeweils ein Zehnerteam zum Europafinale, das jährlich in einem anderen Land stattfindet und durch die jeweilige Länderorganisation durchgeführt wird. Der Wettkampf wird durch die Europäische Agentur für Netz- und Informationssicherheit (ENISA) und eine Vielzahl von freiwilligen Helfern koordiniert. Ziel ist die Nachwuchsförderung im Bereich IT-Sicherheit, da es noch immer anFachkräften mangelt.

Begleitend zur Challenge fanden eine Sicherheitskonferenz und eine IT-Karrieremesse statt, auf der Sicherheitsfirmen ihre innovativen Produkte zeigten und sich gleichzeitig als attraktive Arbeitgeber präsentierten.

„Das Niveau aller Teams war auch in der 5. Auflage des Wettbewerbs außergewöhnlich hoch. Unsere Teilnehmer haben eine tolle Leistung gezeigt und vor allem durch ein fantastisches Teamwork überzeugt“, sagt Prof. Pohlmann vom Institut für Internet-Sicherheit.

Die Veranstalter ziehen eine positive Bilanz und freuen sich schon jetzt auf das Finale im kommenden Jahr, das vom 13. bis zum 17. Oktober 2019 in Rumäniens Hauptstadt Bukarest ausgerichtet wird.

Die teilnehmenden Teams hatten sich zuvor auf Länder-Ebene bei den Hacker-Wettbewerben qualifiziert. 2014 fand zum ersten Mal die ECSC statt, damals nur mit Teilnehmern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. 2015 waren es 6 Teams und 2016 bereits 10 Teams aus Europa. 2017 nahmen 15 Teams in Malaga teil. Die CSCG (Cyber Security Challenge Germany) sowie die ECSC werden unterstützt von TeleTrusT, dem Institut für Internet-Sicherheit if(is) an der Westfälischen Hochschule und Heise Medien.