Dresdner Neptunbrunnen in neuem Glanz

Die Restaurierung der Figurengruppe des Neptunbrunnens in der Dresdner Friedrichstadt ist abgeschlossen. +++

Für rund 1,2 Millionen Euro wurden die beiden Wasserräder erneuert, die Treppen saniert und viele Details wieder hergestellt. So hält beispielsweise Neptun nun wieder einen Kranz, statt eines Stabes.

Auch die Gartenanlage wurde gestaltet, ein neuer Eingang an der Wachsbleichstraße erleichtert den Zugang.

Im zweiten Bauabschnitt soll nun bis Sommer 2012 die Wasserversorgung wieder hergestellt werden.

Stefan Ziesche, Leiter Baumanagement Krankenhaus Friedrichstadt

Der Neptunbrunnen auf dem Gelände des Krankenhauses Dresden Friedrichstadt gehört zu den bedeutendsten europäischen Brunnenanlagen des 17. und 18. Jahrhunderts.

Hintergrund:
Die Teilsanierung des Neptunbrunnens, die vor allem durch Europäische Fördermittel, Spenden und einen Nachlass möglich wurde, wird in diesen Tagen abgeschlossen. Die Figuren und das obere Becken des Neptunbrunnens sind saniert, Metallattribute, wie der Kranz in den Händen Neptuns und die den Brunnen umgebenden Steinstufen entsprechen wieder dem Originalzustand des Brunnens im 18. Jahrhundert.

Kontroverse Debatten, die fast 160 Jahre um den Standort des Brunnen geführt wurden, schadeten diesem herausragenden Denkmal barocker Bildhauerkunst. Heute sind sich die Verantwortlichen im Land Sachsen und in der Landeshauptstadt Dresden einig, dass der Brunnen in den Garten des Marcolini-Palais gehört, an jenen Platz, wo ihn Lorenzo Mattielli in den Jahren 1745/46 vollendete und für den ihn Zacharias Longuelune geplant haben soll.
Seit vielen Jahrzehnten setzen sich Dresdner dafür ein, dieses einzigartige Denkmal zu retten.

Doch erst das Jahr 2009 brachte die hoffnungsvolle Wende: Im Rahmen des Stadtentwicklungsprojektes Dresden West/Fried-richstadt wurden Fördermittel der EU sowie Eigenmittel der Landeshauptstadt Dresden zur Verfügung gestellt. Diese Mittel, viele Spenden von Dresdnern sowie ein Nachlass ermöglichten, dass mit der Sanierung begonnen werden konnte.

Mit der Teilsanierung des einzigartigen Kulturdenkmals Neptunbrunnen sowie der Aufwertung des direkten Umfelds wird ein wesentlicher Beitrag geleistet, die besonderen städtebaulichen Qualitäten im von Entwicklungsdefiziten geprägten Stadtteil erlebbarer zu machen. So öffnet sich die Mauer zur Wachsbleichstraße mit zwei neuen Pforten stärker der Friedrichstadt und die Lindenallee führt Besucher nun auf direktem Weg bis an den Brunnen. Das Brunnenumfeld selbst wurde nach denkmalschützerischen Gesichtspunkten neu gestaltet. Bis die Dresdner das Umfeld in Besitz nehmen können, werden jedoch noch ein paar Wochen ins Land gehen, weil sich die Wege erst verfestigen müssen.

Wie geht es weiter?
In der zweiten Baustufe gilt es, die unteren Becken, die Brunnenstube und die Vasen zu sanieren. Dafür stellt die Landeshauptstadt Dresden in diesem und im nächsten Jahr je 300.000 Euro in Aussicht. Diese Mittel und die Spenden der Dresdner eröffnen die Chance, dass der Neptunbrunnen im Sommer 2012 in alter bzw. neuer Schönheit strahlen und mit seinen Wasserspielen verzaubern kann. Es ist jedoch zu früh, sich entspannt zurückzulehnen. Sobald ausreichend Finanzen für den Abschluss der Sanierung zur Verfügung stehen, muss an die Zukunft gedacht und einem erneuten Verfall vorgebeugt werden. Dafür könnte sich eine Stiftung eignen.

Finanzen1.212.750 Euro Gesamtinvestition (200.000 Euro Nachlass, 62.750 Euro Spenden und 713.000 Euro Fördermittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, 237.000 Euro Eigenmittel der Landeshauptstadt Dresden)

Quelle: Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt

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