Dresdner Polizei warnt vor neuer Betrugsmasche

Die Polizei verzeichnet zunehmend Fälle, bei denen sich auf den PCs von ahnungslosen Usern das sogenannte Schadprogramm Ransomware (ransom: engl. Lösegeld) installiert.+++

Infolgedessen werden die betroffenen PCs gesperrt und es öffnet sich – beispielsweise unter dem Logo des „BKA“ (Bundeskriminalamtes) oder der „GEMA“ (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) jeweils ein Pop-Up- Fenster. Darin wird den Usern in der Regel mitgeteilt, dass sie sich strafbar gemacht haben, weil sie beispielsweise angeblich auf Kinderpornografie-Seiten im Internet gewesen wären oder gegen das Urheberrecht verstoßenhätten.

Gleichzeitig werden sie aufgefordert, deswegen eine entsprechende Strafe zu zahlen. Die Zahlungen sollen durch die Eingabe von Ukash- oder Paysafe-Codes in das Pop-Up-Fenster erfolgen, wodurch angeblich die PCs wieder entsperrt werden würden. In dem Zusammenhang wird vor E-Mails unbekannter Absender gewarnt, die die Aufforderung enthalten, auf einen angegebenen Link zu klicken.

Die EMails sind mit unterschiedlichsten Absendern und Legenden versehen. Beispielsweise handelt es sich häufig um angebliche Bestellbestätigungen für Interneteinkäufe oder als Absender werden Staatsanwaltschaften im Zusammenhang mit fiktiven Tatvorwürfen angegeben. Per Klick auf einen solchen Link laden sich ahnungslose Nutzer Schadprogramme per “Drive-by-Download“ auf ihre Rechner.

Es wird daher geraten, derartige E-Mails ungeöffnet zu löschen. Im Falle einer Installation derartiger Schadprogramme sollten die Betroffenen bei ihren örtlichen Polizeidienststellen Anzeige erstatten. Geben Sie auf keinen Fall in das Pop-Up-Fenster einen Ukash- oder Paysafe-Code ein. Es kommt dadurch nicht zur Freigabe des PCs! Selbst wenn die Trojaner mit einer geeigneten Software gelöscht werden können, blieben in verschiedenen Fällen die individuell gespeicherten Dateien (wie Fotos, Dokumente, etc.) weiterhin verschlüsselt!Die neusten Varianten suggerieren einen quasi behördlichen Charakter im Stile eines offiziellen, amtlichen Mahnverfahrens.

Dies ist Anlass für die Befürchtung, dass vermehrt Zahlungen durch potentielle Opfer erfolgen. In Sachsen gab es im Jahr 2011 zum Thema Ransomware 1 138 Anzeigen.Mit Stand 30. April 2012 sind es für das laufende Kalenderjahr bereits 650 bekannt gewordene Fälle. Allein für die im Bezug auf das Log des BKA getätigten Anzeigen wurden seit März 2010 bis dato 1 043 Anzeigen bei den sächsischen Dienststellen registriert.

In diesem Jahr gab es bisher 270 Anzeigen in diesem Zusammenhang. Warnhinweise und weiterführende Informationen finden Sie auf den Internetpräsenzen des Bundeskriminalamtes und des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

Quelle: Polizei Sachsen

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