Dresdner Schwestern erhalten Spenderherzen

Dresden - Wie wichtig das Thema Organspende ist, zeigt das Schicksal zweier Dresdner Schwestern. Beide haben ein neues Herz bekommen. Ohne die Spenderorgane wären beide heute wohl nicht mehr da. 

Es geht um eine wahre Herzensangelegenheit und das nicht nur im symbolischen Sinne: die zwei Dresdnerinnen Olga Hillz und und Lilli Kuhn verbindet einiges. Die zwei Schwestern haben nicht nur gemeinsame Verwandte an einer vererbbaren Herzschwäche verloren, auch bei ihnen stand die Diagnose plötzlich im Raum. Olga Hillz hat vor vier Monaten ein zweites Leben geschenkt bekommen. Bei Lilli Kuhn ist die Transplantation immerhin schon 9 Jahre her, die Erinnerungen an die schwere Zeit jedoch nach wie vor präsent. 6 von 10 Spendern warten vergeblich auf das dringend benötigte Organ, teilen die Dresdner Kardiologen heute mit. Auch Lilli Kuhn wünscht sich, dass mehr Menschen einen Organspendeausweis beantragen. Auch in der Politik ist das Thema aktueller denn je, seitdem Jens Spahn, Bundesminister für Gesundheit, die Problematik angesprochen hat. Menschen sollen demnach ausdrücklich ablehnen, wenn sie nicht als Spender in Frage kommen wollen. Kardiologe Sems Malte Tugtekin vom Dresdner Herzzentrum stimmt dem Vorhaben zu. Weshalb noch zu wenig in der Gesellschaft über das Thema Organspende gesprochen wird, hat viele Gründe. Lilli Kuhn sieht den Anlass vor allem darin, dass die Thematik "Tod" immer noch ein Tabuthema ist. Olga Hillz und Lilli Kuhn haben ihren eignen Umgang mit der Problematik gefunden. Lilli Kuhn hilft mittlerweile ehrenamtlich in der Betreuung von Patienten, die noch auf ihr Spenderorgan warten. Sie weiß aus Erfahrung, wie wichtig der Rückhalt für Betroffene ist.

Wer sich weiter über das Thema Organspende informieren will kann auf www.organspende-info.de nachlesen. Wir wünschen Olga Hillz und Lilli Kuhn weiterhin alles Gute auf ihrem gesundheitlichem Weg.

Uniklinik