Dresdner Tierheim setzt bei Vermittlung von Tieren intensiv auf das Internet

1 616 Tiere sind 2012 im städtischen Tierheim eingeliefert worden: 391 Hunde, 667 Katzen und 558 andere Tiere. Die Zahl der Tiere in Zwangspflege, weil Besitzerin oder Besitzer ins Krankenhaus oder in Haft müssen, ist nach wie vor hoch. +++

1 616 Tiere sind 2012 im städtischen Tierheim eingeliefert worden: 391 Hunde, 667 Katzen und 558 andere Tiere. Die Zahl aufgenommener Hunde war, wegen der noch andauernden Bauarbeiten am Hundehaus um knapp 100 niedriger, als im Vorjahr. Zehn Hunde mussten sogar in einer Tierpension untergebracht werden. Seit Februar 2013 ist der zweite Bauabschnitt am Hundehaus abgeschlossen. Bis zu 60 Hunde können nun wieder in der Zwingeranlage aufgenommen werden. Das Hundehaus wurde seit August 2011 für etwa 430 000 Euro grundlegend saniert und ist nun unter anderem mit neuen Fußböden und neuer Heizung ausgestattet.

Von den 503 Fundkatzen, fanden nur 49 wieder zu ihrem Besitzer. 211 Katzen musste die Berufsfeuerwehr tot auf Dresdens Straßen bergen. Spitzenbelegt (150 Prozent) ist das Tierheim im Frühsommer, zur Jungkatzenzeit. Alle verfügbaren Räume werden dann genutzt. Die in Obhut genommenen Jungkatzen müssen mit der Flasche mühevoll aufgezogen werden. Ohne Helfer ist das kaum zu schaffen. Deshalb ist es wichtig, das die Fundtiere schnell ihren oder einen Besitzer finden.

Viele Bürger wünschen sich Jungkatzen. Alttiere finden schwerer ein neues Zuhause. In einer Großstadt werden zumeist Wohnungskatzen gesucht. Bei Fundtieren ist aber meist nicht bekannt, ob sie Freigang gewöhnt waren. Fundkatzen können deshalb nur an Tierfreunde vermittelt werden, die Freigang anbieten können. Wohnungskatzen ohne Freilauf können nur Katzen sein, die als Abgabetier und Wohnungskatzen ins Tierheim kamen.

Von 391 aufgenommenen Hunden sind 255 vom Besitzer abgeholt worden. 112 Hunde konnten vermittelt werden und 24 Hunde suchen noch ein neues Zuhause. Wenn ein Fundhund nicht binnen einer Woche abgeholt wird, bekommt der Hund einen Chip, einen vollständigen Impfschutz und wird, falls keine tierärztlichen Maßnahmen notwendig sind, in die Vermittlung gegeben.

Seit 2012 wird für die Vermittlung von Tieren intensiv auf das Internet gesetzt. Zeitnah kommen die Informationen zu den Tieren mit Foto auf die Internetseite des Tierheimes. Wer ein Tier vermisst, der soll in Zukunft auch hier eine Plattform dafür finden. Was Suchen und Finden erleichtert: Hunde und Katzen mittels Mikrochip kennzeichnen lassen.

Zwangspflege
Die Zahl der Tiere in Zwangspflege ist im Tierheim mit 119 Hunden und 83 Katzen im Jahr 2012 nach wie vor hoch. Im Jahr 2011 waren es 117 Hunde und 72 Katzen. Die Tiere kommen ins Dresdner Tierheim, weil Besitzerin oder Besitzer ins Krankenhaus oder in Haft müssen. Häufig sind auch Verstöße gegen das Tierschutzgesetz oder das Sächsische Gefahrhunderecht die Ursachen. Manche Tiere werden vom Zoll oder bei Wohnungsräumungen beschlagnahmt.

Was wird aus diesen Tieren? Sie werden entweder an den Besitzer zurückgegeben oder von ihm freiwillig abgegeben. Manche werden einbehalten und für die Vermittlung freigegeben. Artengeschützte Tiere wie beispielsweise Landschildkröten werden in von der Unteren Naturschutzbehörde benannte Pflegestellen abgegeben.

Probleme mit untergebrachten Tieren
Sogenannte „Langzeittiere“ belegen gegenwärtig 15 Plätze im Tierheim. Meist sind es Hunde, die unter das Gefahrhundgesetz fallen und die wegen eines aufwändigen und teuren Erlaubnisverfahrens sehr schwer einen neuen Besitzer finden. Tiere von verstorbenen Personen können erst vermittelt werden, wenn die Erbverhältnisse geklärt sind. Oft handelt es sich um sehr alte Tiere, die auch deshalb nur schwer noch einen neuen Halter finden.

Tierheimhunde haben alle „Ecken und Kanten“, die meist von der Haltung der unbekannten Vorbesitzer herrühren. Das muss jeder wissen, der sich für so ein Tier interessiert. Einem Tierheimhundepfleger mit professionellem und angstfreiem Umgang ordnen sich unsichere und potentiell dominante Hunde eher unter, als einem neuen Besitzer. Die Übernahme eines Tierheimhundes ist immer Arbeit. Man muss das Tier kennenlernen und ihm seine Rolle im Rudel Familie klar zuweisen.

Dank an Spender, ehrenamtliche Helfer und Gassigeher
2012 gingen 7 018 Euro Spenden im Tierheim ein: 6 439 Euro Geldspenden und 578 Euro Sachspenden. Nachlässe übernahm das Tierheim in Höhe von 44 400 Euro. Ganz wichtig für das Tierheim sind ehrenamtliche Helfer, die um eine Aufgabe zu haben oder in ihrer Freizeit auch am Wochenende mit Freude und ohne Entgelt arbeiten kommen und die festangestellten Mitarbeiter unterstützen. Wichtige Hilfe leisten auch sogenannte „Gassigeher“, die das Ausführen der Tierheimhunde ehrenamtlich und unentgeltlich übernehmen.

Gegenwärtig gibt es 15 aktive „Gassigeher“. Einige haben die Erlaubnis, gefährliche Hunde auszuführen. Voraussetzung dafür ist ihre Zuverlässigkeit und eine bestandene Sachkundeprüfung nach Gefahrhunderecht. Viele Menschen wollen mit Tierheimhunden Gassi gehen. Aber der Gassigang ist nicht nur ein Spaziergang, sondern für die Tierheimhunde oft der einzige Kontakt mit der Außenwelt. Hier soll mit dem Hund gearbeitet werden, um ihn auf ein Leben in einer neuen Familie vorzubereiten. Gesucht werden vorrangig Personen, die Erfahrungen mit großen, schwierigen Hunden haben und sicher im Umgang mit diesen Hunden sind. Interessenten können sich gern im Tierheim melden.

Wer möchte, kann im Tierheim auch gern ein Praktikum nutzen, um die Arbeit eines Tierpflegers kennenzulernen. Sieben junge Menschen nutzten dieses Angebot 2012. Außerdem besteht im Tierheim die Möglichkeit, Stunden gemeinnütziger Arbeit abzuleisten.

Öffnungszeiten, Vermittlungswochenende und Kontakte
Das nächste Vermittlungswochenende findet am 6. und 7. April 2013 statt und dann weiterhin immer am ersten Wochenende im Quartal, jeweils am Sonnabend und Sonntag von 13 bis 15 Uhr. Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen.

Das Tierheim Dresden, Am Tierheim 10 hat folgende Öffnungszeiten:
Montag und Mittwoch von 13 bis 15 Uhr, Dienstag und Donnerstag von 13 bis 18 Uhr und Freitag von 9 bis 11.30 Uhr.  Informationen und Kontakt im Internet unter www.dresden.de/tierheim oder unter Telefon (03 51) 4 52 03 52.

Quelle: Dresden – Presse- und Öffentlichkeitsarbeit