Dresdner Uniklinikum erreicht Spitzenniveau bei innerklinischer Notfallbehandlung

Die Überlebensrate von Patienten, die im Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden einen Kreislaufstillstand erlitten, erreicht im Vergleich des Deutschen Reanimationsregisters bundesweit den Spitzenplatz.+++

Basis der Auswertung sind die 2013-er Zahlen der an dem Projekt beteiligten Krankenhäuser. Dieses vom Dresdner Uniklinikum erreichte Spitzenniveau ist vor allem das Ergebnis kontinuierlicher Schulungen der Mitarbeiter von Pflege und ärztlichem Dienst, die über das klinikumseigene Interdisziplinäre Simulationszentrum Medizin Dresden (ISIMED) erfolgen. Einen wichtigen Anteil hat zudem die flächendeckende Ausstattung mit halbautomatischen Defibrillatoren (AED) am Dresdner Uniklinikum, von denen bereits vor acht Jahren 70 Geräte angeschafft worden sind.

Bei 84 Prozent der Patienten des Dresdner Uniklinikums konnte der Spontankreislauf nach einem Herzstillstand wieder hergestellt und so die lebensbedrohliche Krise bewältigt werden. In dem vom Register ermittelten Bundesdurchschnitt liegt diese Rate bei 62 Prozent. Die Zahl der Patienten, die nach einem innerklinischen Kreislaufstillstand dauerhaft stabilisiert und schließlich entlassen werden können, liegt am Dresdner Uniklinikum um das Vierfache höher als im Bundesdurchschnitt (35 zu 9 Prozent).

„Als Vorreiter eines strategisch angelegten Qualitätsmanagements haben wir sehr früh begonnen, Strukturen für eine sichere Behandlung zu etablieren. Die Zahlen des Registers belegen nun, dass wir unseren hohen Ansprüchen als einer der führenden Standorte der deutschen Hochschulmedizin gerecht werden“, sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums. Die Dresdner Hochschulmedizin hat vor nunmehr elf Jahren mit dem systematischen Aufbau eines Qualitätsmanagements begonnen und dazu eine Vorstands-Stabsstelle geschaffen. Neben dieser zentralen Struktur entstand mit dem ISIMED und weiteren Institutionen die Basis dafür, Sicherheit und Qualität der Behandlungen dauerhaft auf hohem Niveau zu gewährleisten.

„Wenn ein Patient im Krankenhaus einen Herzstillstand erleidet, müssen alle Mitglieder des Behandlungsteams optimal handeln. Denn bereits in den ersten Minuten entscheidet sich, ob der Patient diese Krise überlebt“, sagt Prof. Thea Koch. Das Team der Direktorin der Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie ist für die Organisation der Versorgung von klinikumsinternen Notfällen verantwortlich. „Wenn die Herzdruckmassage nicht sofort eingeleitet wird, drohen bereits nach drei bis fünf Minuten unumkehrbare Hirnschäden“, erklärt Privatdozent (PD) Dr. Michael Müller, der unter anderem das ISIMED leitet, in dem jährlich über 1.500 Klinikmitarbeiter in der Reanimation geschult werden. In die Übungen werden Defibrillatoren einbezogen, mit denen sich unter anderem das sogenannte Herzkammerflimmern stoppen lässt. „Dass diese Schulungen erfolgsentscheidend sind, zeigen nun die überaus positiven Ergebnisse des Deutschen Reanimationsregisters“, so PD Dr. Müller weiter. „Die guten Resultate am Uniklinikum sind aber auch dem Engagement der Teams auf den Stationen geschuldet, die bereits vor dem Eintreffen eines der klinikumsinternen Notfall­teams mit der Wiederbelebung beginnen.“

Das Deutsche Reanimationsregister (www.reanimationsregister.de) ist das Instrument zum Qualitätsmanagement von präklinischen Reanimationen und Einsätzen von innerklinischen Notfallteams in Deutschland. Es steht unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Gesundheit und ermöglicht seinen Mitgliedern, sich anhand eines Ergebnisbenchmarkings mit anderen Institutionen zu vergleichen. Das Deutsche Reanimationsregister wird von der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) betrieben. Derzeit beteiligen sich knapp 250 Institutionen an dem Register.

Quelle: Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

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