Dresdner Uniklinikum schreibt schwarze Zahlen

Das Gesamtergebnis im Jahr 2013 beläuft sich auf 57.000 Euro bei einem Gesamtertrag von 375,6 Millionen. Nur ein Viertel aller Uniklinika konnte 2013 ein ausgeglichenes oder positives Ergebnis erzielen. +++

„Insgesamt betrachtet war 2013 für das Klinikum ein gutes Jahr“, zieht Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Dresdner Uniklinikums Bilanz. Das Gesamtergebnis von 57.000 Euro bei einem Gesamtertrag von 375,6 Millionen Euro wertet Prof. Albrecht als „schwarze Null“.

Bei einem Gesamtaufwand von 372,2 Millionen Euro gab es einen Überschuss von 3,4 Millionen Euro. Durch Abschreibungen und Steuern reduziert sich diese Summe deutlich, so dass lediglich der fünfstellige Betrag als Gesamtergebnis bleibt.

Basis dieses wirtschaftlichen Erfolgs sind die deutlich gestiegenen Einnahmen aus der Krankenversorgung: Hier verzeichnet das Uniklinikum gegenüber 2012 einen Anstieg um gut 6 Prozent. Entscheidend bei diesem Plus war der Zuwachs an Patienten mit besonders schweren und kompliziert zu behandelnden Krankheiten.

Aufgrund des Leistungszuwachses steht dem Erlös-Plus jedoch eine deutliche Kostenzunahme gegenüber: Steigende Gehälter und eine um gut drei Prozent auf 4.221 Vollkräfte gewachsene Belegschaft lassen allein die Personalkosten um knapp acht Prozent auf 213 Millionen Euro steigen. Auch die Aufwände für Sachkosten, darunter fallen unter anderem Energie und medizinische Verbrauchsgüter, erhöhte sich um acht Prozent auf 147 Millionen Euro.

„Die Luft wird immer dünner“, konstatiert Wilfried Winzer, Kaufmännischer Vorstand des Dresdner Uniklinikums: „Denn die durch das Fallpauschalensystem der DRG geregelte Vergütung der Krankenkassen orientiert sich nicht an den Kostensteigerungen, welche die Krankenhäuser gar nicht oder nur geringfügig beeinflussen können. Das sind im Wesentlichen Tarifverträge und Energiekosten.“

Die Spielräume der Krankenhäuser, durch ein strategisches Management Überschüsse zu erwirtschaften, schwinden dagegen immer weiter. Durch ihre Sonderrolle im deutschen Gesundheitswesen verfügen Universitätsklinika hier über einen noch geringeren Spielraum. Zum Beispiel behandeln sie Menschen mit seltenen Erkrankungen oder besonders schwer kranke und kompliziert zu behandelnde Patienten, ohne dass der damit verbundene Aufwand entsprechend vergütet wird.

Auch die Notfallversorgung gehört zu den Aufgabengebieten, die für Defizite sorgen. Deshalb ziehen sich viele Krankenhäuser aus diesem Bereich zurück: „Knapp ein Drittel aller Notfälle werden durch die Hochschulmedizin versorgt, obwohl der Anteil der Uniklinika an allen stationär versorgten Patienten bei nur zehn Prozent liegt“, so Prof. Michael Albrecht.

„Es ist überfällig, dass sich die Politik zum Sonderstatus der Universitätsmedizin bekennt und eine faire Finanzierung ihrer Zusatzaufgaben sichert“, sagen deshalb Prof. Michael Albrecht und Wilfried Winzer im Prolog des Jahresberichts.

Sie plädieren für zusätzliche Zuwendungen für die Uniklinika, um den Nachteil einer unzureichenden Vergütung von Sonderaufgaben der Hochschulmedizin auszugleichen. „Eine solche dritte Finanzierungssäule ist weltweit üblich“, sagt der Medizinische Vorstand und verweist auf Länder wie Österreich, Schweden, die USA, die Niederlande oder die Schweiz. Mit dem Verband der Universitätsklinika Deutschlands, an deren Spitze Prof. Albrecht steht, konnte sich die Hochschulmedizin in den vergangenen beiden Jahren Gehör verschaffen. In den kommenden Monaten geht es darum, der im Koalitionsvertrag festgeschriebenen Neuregelung der Finanzierung konkrete Inhalte zu geben, so der Medizinische Vorstand.

Quelle: Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

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