Dresdner verhindern Naziaufmarsch

Dresden hat am 13. Februar der Bombenangriffe auf die Stadt vor 68 Jahren gedacht. Mehr als 10.000 Menschen setzten dabei ein Zeichen gegen Rechtsextremismus und für Weltoffenheit. +++

Zum Geläut der Dresdner Kirchenglocken hat sich am 13. Februar die Menschenkette um die Innenstadt geschlossen. Ob wie hier am Neustädter Elbufer oder auf der Altstädter Seite an der Synagoge hielten sich die Menschen für eine Viertel Stunde an der Hand. Eingereiht hatten sich zum Beispiel Oberbürgermeisterin Helma Orosz, Sachsens ehemaliger Ministerpräsident Kurt Biedenkopf und 10.000 weitere Menschen, die so ein Zeichen gegen Rechtsextremismus setzen wollten. 

Umfrage in der Menschenkette im Video

Das Gedenken an die Opfer des Krieges und der Bombardierung Dresdens hatte bereits am Mittag begonnen. Die Stadt hatte zu einer Gedenkstunde auf den Heidefriedhof eingeladen. In der kurzen Zeremonie legten viele Politiker aus Stadt und Land, sowie Vertreter der Kirche und der Jüdischen Gemeinde weiße Rosen ab.

Interview im Video mit Helma Orosz (CDU), Oberbürgermeisterin

Das Bündnis Dresden Nazifrei hat zum zweiten Mal zum Mahngang Täterspuren eingeladen. Die Demonstration verbindet Orte in Dresden, von denen im Nationalsozialismus Gewalt und Unrecht ausgegangen ist.

Interview im Video mit André Lang, Bündnis Nazifrei

Dass dieses Erinnern dringend notwendig ist, zeigten 800 Geschichtsvergessene, die zu einem Fackelmarsch durch Dresden angereist waren. Ihnen gegenüber standen laut Bündnis Nazifrei bis zu 4000 Menschen, die ihren Protest in Hör- und Sichtweite zeigten. Ein Marsch der Neonazis wurde dadurch verhindert. Der Rückweg zum Dresdner Hauptbahnhof wurde von lautstarkem Protest begleitet. Die Demonstrationen blieben weitgehend friedlich. Allerdings wurden zwei Polizisten an der Parkstraße schwer verletzt.

Interview im Video mit Thomas Geithner, Polizeisprecher Dresden

Ein zentraler Punkt beim Gedenken an die Bombenangriffe war den ganzen Tag über die Dresdner Frauenkirche. Bei Friedensandachten und der Nacht der Stille war die Kirche ein Ort des Erinnerns. Um 21:45 Uhr erklangen alle Glocken.

 

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