Dritte Bundeswaldinventur beginnt in Sachsen

Am Dienstag beginnen Forstexperten in Sachsen mit der Datenerhebung zur dritten Bundeswaldinventur. Der Startschuss erfolgt in den Wäldern in und um den Nationalpark Sächsische Schweiz.

Vier speziell ausgebildete Förster werden in den kommenden zwei Jahren stichprobenweise an 2.600 Aufnahmepunkten detaillierte „Steckbriefe“ der Waldbestände erstellen. Die Bundeswaldinventur liefert Daten und Informationen über das vorhandene Rohstoffpotenzial, die ökologischen Veränderungen, die Waldflächenstatistik, den aktuellen Holzzuwachs und die Holznutzung in allen Waldeigentumsarten. Zusätzlich werden auch ein Waldlebensraumtypen-Monitoring und die Begutachtung der Naturnähe der Waldbestände durchgeführt.

Die Ergebnisse der Bundeswaldinventur erlauben statistisch abgesicherte Aussagen zu den Waldverhältnissen auf Bundes- und Landesebene sowie für alle Waldeigentumsarten zum Stichtag 01.10.2012. Die Daten bilden die Grundlage, um neueste zahlenmäßige Informationen über den Zustand des Waldes in Deutschland zu errechnen und aufzubereiten.

Allgemeines Ziel der Bundeswaldinventur ist es, die großräumigen Waldverhältnisse und forstlichen Produktionsmöglichkeiten auf Stichprobenbasis nach einem einheitlichen Verfahren in ganz Deutschland zu erfassen. Der Gesundheitszustand ist nicht Gegenstand der Erhebung. Der Kronenzustand wird als Indikator für Stressbelastungen auf einem separaten Beobachtungsnetz im jährlichen Rhythmus erhoben.

Die von der BWI gelieferten Daten schaffen die Grundlage für wichtige forst-, handels- und umweltpolitische Entscheidungen zur nachhaltigen Nutzung und zum Schutz des Waldes. In den vergangenen Jahren hat insbesondere der Bedarf an zuverlässigen Informationen über den Wald für die Erfüllung internationaler Berichtspflichten zugenommen. Beispielsweise beruht das für den Wald im Rahmen des Kyoto-Protokolls zu erstellende Treibhausgasinventar ganz wesentlich auf Daten zur Kohlenstoffspeicherung im Wald, welche im Rahmen der BWI erhoben werden.