Drogen-Dealer verkauften 1,3 Tonnen Haschisch in Dresden und Umgebung

Sechs Beschuldigte im Alter zwischen 25 und 31 Jahren haben insgesamt 1,3 t Haschisch, 48 kg Marihuana, 18 kg Amphetamine und 50.000 Ecstasy-Tabletten aus dem Ruhrgebiet nach Dresden gebracht und verkauft. (Zollfahndungsamt Dresden) +++

Staatsanwaltschaft Dresden und Zollfahndungsamt Dresden weisen im Ermittlungskomplex „BETA“ Handel mit mehr als 1,3 Tonnen Betäubungsmitteln nach:

Im Rahmen eines Pressegesprächs stellten die Staatsanwaltschaft Dresden und das Zollfahndungsamt Dresden am 28. April 2010 den Ermittlungskomplex „BETA“ vor, in welchem sechs Beschuldigten im Alter zwischen 25 und 31 Jahren nachgewiesen werden konnte, dass sie zwischen März 2003 und Januar 2009 insgesamt 1,3 Tonnen Haschisch, 48 Kilogramm Marihuana, 18 Kilogramm Amphetamine und 50.000 Ecstasy-Tabletten aus dem Ruhrgebiet nach Dresden brachten oder bringen ließen und in der Region absetzten.

Ausgangspunkt des Ermittlungskomplexes waren zwei Informationen, die das Zollfahndungsamt Dresden kurz hintereinander im Herbst 2008 erreichten: Zum einen machte ein aus Sachsen stammender Beschuldigter in einem anderen Ermittlungsverfahren des Zollfahndungsamtes Dresden wegen des Handels mit Betäubungsmitteln Aussagen zu seinem Lieferanten, der ihm unter dem Namen „Maurice“ bekannt war. Zum anderen wurde über die Aussage eines früheren Rauschgiftkuriers aus Nordrhein- Westfalen bekannt, dass eine männliche Person aus dem Raum Dresden namens „Maurice“ regelmäßig große Mengen Rauschgift aus dem deutsch-niederländischen Grenzgebiet erhalten und in der Region weiterverkaufen würde. Das Rauschgift sollte von Kurieren mit der Bahn nach Dresden transportiert werden.

Anhand dieser beiden Informationen wurde zunächst Maurice A. (29) als mutmaßlicher Tatverdächtiger identifiziert. Staatsanwaltschaft und Zollfahndung nahmen daraufhin Maurice A. und sein Umfeld unter die Lupe. Dabei stießen sie auf Thomas Z. (30) und Dana S. (25), die Freundin von Maurice A., die beide augenscheinlich mit in die Rauschgiftgeschäfte involviert waren. Außerdem gelangte Sebastian L. (31) in den Fokus der Ermittler. L. lagerte offenbar in einem Versteck Betäubungsmittel und lieferte diese bei Bedarf nach Anweisung von Maurice A. bzw. Thomas Z. an potentielle Abnehmer aus. Mittels Telefonüberwachungen und Observationen konnte der Verdacht erhärtet werden, dass es sich bei Sebastian L. um einen Lagerhalter und Kurier handelt und dass die Tatverdächtigen regelmäßig große Mengen Rauschgift in der Region umschlugen. Die Beamten warteten nun auf eine Gelegenheit, die Beschuldigten auf frischer Tat zu stellen. Schließlich bekamen sie mit, dass am 5. Januar 2009 wieder ein Kurier ins Ruhrgebiet reisen sollte.
 
Wegen strengem Winterwetter und daraus resultierenden Behinderungen im Bahnverkehr wurde die geplante Fahrt allerdings nicht durchgeführt. Schließlich machte sich am 8. Januar 2009 Sebastian L. mit dem Zug von Dresden aus auf den Weg nach Nordrhein-Westfalen. Während seiner gesamten Reise wurde der Kurier nun von Zollfahndern observiert. L. reiste, mit Anzug gekleidet und einen Trolleykoffer mit sich führend, mit der Bahn bis nach Mönchengladbach. Dort fand ein kurzes Treffen mit einem mutmaßlichen Lieferanten statt, während dessen ein Trolleykoffer gegen einen anderen ausgetauscht wurde. Augenscheinlich hatten Geld und Betäubungsmittel jeweils den Besitzer gewechselt. Während der Rückfahrt wurde der Zugriff auf den Kurier und die weiteren Beschuldigten vorbereitet. Auf Veranlassung des Zollfahndungsamtes Dresden wurde der Kurier nach Ankunft am Bahnhof Dresden – Neustadt in den Abendstunden des 09.01.2009 von Beamten der Bundespolizei in Empfang genommen und sein Trolleykoffer kontrolliert. Dabei stießen die Kollegen auf insgesamt 23,2 Kilogramm Haschisch und 1,9 Kilogramm Marihuana. Außerdem hatte L. rund 1.000 Euro Bargeld und einen 100 Gramm-Goldbarren bei sich. Unmittelbar nachdem die Drogen in dem Koffer entdeckt wurden, durchsuchten Beamte des Zollfahndungsamtes Dresden die Wohnung von L. sowie die seiner mutmaßlichen Mittäter Thomas Z., Maurice A. und Dana S. Dabei konnten weitere vier Kilogramm Betäubungsmittel, unter anderem auch 1,5 Kilogramm Amphetamin, sichergestellt werden. Außerdem konnten die Zollfahnder in den Wohnungen nochmals rund 12.000 Euro Bargeld und einen weiteren Goldbarren mit einem Gewicht von 500 Gramm und einem Gegenwert von ca. 9.500 Euro sichern.

Gegen alle vier ergingen am 10.01.2009 Haftbefehle. In den weiteren Ermittlungen hat sich dann bestätigt, dass die Täter auf diese Weise mindestens 69 Beschaffungsfahrten realisiert hatten. Es zeigte sich, dass Thomas Z. und Maurice A. die Köpfe der Bande waren. Thomas Z. hielt Kontakt zu den Lieferanten des Rauschgiftes, einem vom Ruhrgebiet aus agierenden Deutschen sowie einem Niederländer, und traf mit diesen die notwendigen Absprachen zu Menge, Preis und Liefermodalitäten. Teilweise fuhr Z. selbst als Kurier ins Ruhrgebiet und brachte, getarnt als Geschäftsreisender, per Bahn Betäubungsmittel nach Dresden. Für sich und Sebastian L. hatte er extra zu diesem Zweck in einem Atelier jeweils einen Maßanzug schneidern lassen. Außerdem besaßen Z. und L. eine Bahncard First. Maurice A. und seine Freundin Dana S. kümmerten sich hauptsächlich um den Vertrieb der Betäubungsmittel im Großraum Dresden. Sebastian L. war neben dem Transport auch für die Lagerung der Betäubungsmittel in seinem Keller in Dresden verantwortlich. Im Mai 2009 gelang es, zwei weitere Personen zu ermitteln, die sich von Thomas Z. als Rauschgiftkuriere einspannen ließen. Auch Johannes R. (28) und Peter B. (30) konnten zahlreiche Beschaffungsfahrten ins Ruhrgebiet nachgewiesen werden. Auch für sie hatte Thomas Z. bei einem Schneider Maßanzüge anfertigen lassen und sie mit Bahncards First ausgestattet. Auf einem von Johannes R. genutzten Grundstück bei Dresden fanden die Beamten bei Durchsuchungen im Oktober 2009 zudem Spuren einer kleinen Hanfzucht. Frisch abgeerntete Blüten hingen gerade zum Trocknen in R.’s Badezimmer.

Insgesamt wurde der Bande ein Gesamttatumfang von 1,3 Tonnen Haschisch, 48 Kilogramm Marihuana, 18 Kilogramm Amphetamin und 50.000 Ecstasy-Tabletten zur Last gelegt. Die Beschuldigten haben mit dem Weiterverkauf dieser Drogen mutmaßlich rund 1,78 Millionen Euro eingenommen.

Mitte November 2009 sprach das Landgericht Dresden die ersten Urteile: Die Haupttäter Thomas Z. und Maurice A. wurden zu Freiheitsstrafen von 8 Jahren und 6 Monaten bzw. 10 Jahren und 6 Monaten verurteilt. Der am Bahnhof Dresden-Neustadt festgenommene Kurier Sebastian L. soll die nächsten 5 Jahre hinter Gitter. Die Lebensgefährtin von Maurice A., Dana S., wurde zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren und 7 Monaten verurteilt. Erst vergangene Woche, am 14. April 2010, wurden die beiden später ermittelten Kuriere Johannes R. und Peter B. zu Freiheitsstrafen von 3 Jahren und 8 Monaten bzw. 3 Jahren und 4 Monaten verurteilt. Ermittlungen zur Abnehmerschiene führten bisher zu einer Person aus dem Raum Riesa, die augenscheinlich in größerem Umfang Rauschgift von Thomas Z. orderte und an eigene Abnehmer weiterverkaufte. Dieser männliche Tatverdächtige (28) sitzt seit Februar 2010 in Untersuchungshaft. Zwar konnten bei Durchsuchungen bei ihm keine Betäubungsmittel sichergestellt werden, dafür führte Zollhund „Charly“ die Beamten zu rund 35.000 Euro Bargeld, die unter dem Holzfußboden in einem vom Tatverdächtigen genutzten Gebäude versteckt waren. Auch wurde ein Koffertrolley aufgefunden, mit dem offensichtlich Drogen von Thomas Z. zu seinem Abnehmer transportiert wurden.

Quelle: Zollfahndungsamt Dresden

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