Drogen im Straßenverkehr – Neue internationale Studie!

Eine neue Studie des Weltverkehrsforum belegt, dass Medikamente und illegale Drogen zu mehr Verkehrsunfällen und Verkehrstoten führen, als Alkohol am Steuer. Mehr Infos dazu unter www.dresden-fernsehen.de. +++

Drogen im Straßenverkehr: Neue internationale Studie

Missbrauch von Drogen und Medikamenten verursacht teilweise mehr Verkehrsunfälle als Alkohol

Drogen oder Medikamente spielen bei rund 14 bis 17 Prozent aller Verkehrsunfälle mit Toten oder Verletzten eine Rolle. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie des Weltverkehrsforums, einem Think-Tank der OECD in Paris.

Cannabis und Benzodiazepine sind bei Verkehrsunfällen mit tödlichem Ausgang die am häufigsten gefundenen Rausch- und Arzneimittel, so der Report. Die Untersuchung mit dem Titel Drugs and Driving: Detection and Deterrence basiert auf Daten aus Verkehrskontrollen, Feldstudien und Fragebögen aus 16 Ländern. Sie unterstreicht beunruhigende Fakten mit Blick auf Drogen und Arzneimittel im Straßenverkehr:

– Die Anzahl der Autofahrer unter Drogeneinfluss entspricht oder übertrifft in Nordamerika inzwischen der Anzahl der alkoholisierten Fahrer.

– Von mehr als 500 befragten High-School-Schülern in Kanada gaben 19,7 Prozent zu, weniger als eine Stunde nach dem Konsum von Cannabis Auto gefahren zu sein.

– Bei 27 Prozent von mehr als 3 400 tödlich verunglückten Autofahrern in Australien wurden Drogen oder Arzneimittel nachgewiesen werden. In 14 Prozent der Fälle war dies Cannabis.

– Eine Untersuchung von bei Verkehrsunfällen verletzten Autofahrern in Frankreich stellte in 14 Prozent der Fälle Cannabis-Konsum fest.

– In zwei Gruppen verunglückter Fahrer wurden in den Niederlanden bei 40 Prozent der Getesteten Drogen oder Arzneimittel festgestellt.

Das Risiko verletzt oder getötet zu werden, nimmt deutlich zu, wenn Drogen oder Arzneimittel mit Alkohol kombiniert werden. Das gilt selbst für sehr kleine Mengen. Im Gegensatz zum Alkohol verbergen sich hinter dem Begriff „Drogen“ viele unterschiedliche Substanzen, illegale Drogen genauso wie verschreibungspflichtige Medikamente. Es ist daher schwierig, für „Drogen“ eine einheitliche Kenngröße wie die in Promille ausgedrückte Konzentration im Blut festzusetzen. Eine Null-Toleranz-Politik kann nur auf illegale Drogen zielen, nicht aber zugelassene Medikamente. „Verschiedene Drogen und Medikamente haben unterschiedliche Wirkungen auf den Körper“, erklärte Jack Short, Generalsekretär des Weltverkehrsforums, bei der Vorstellung des Berichts. „Die geltenden gesetzlichen Vorschriften gegen Alkohol am Steuer berücksichtigen diese Tatsache nicht.“
 
Der Politik empfehlen die Autoren der Studie unter anderem: für eine internationale Übereinkunft über die wichtigsten gefährlichen Substanzen im Straßenverkehr zu sorgen; eine klare Kennzeichnung für Stoffe, die die Fahrtauglichkeit mindern können, einzuführen; die Verkehrssicherheit in den Vordergrund zu stellen und nicht die Strafverfolgung von Drogendelikten; die Schulung von Polizisten zu verbessern, um ihnen das Erkennen von Drogenmissbrauch am Steuer zu erleichtern; die Erforschung der Rolle von Drogen und Arzneimittel im Verkehr voranzutreiben, um faktenbasierte Maßnahmen ableiten zu können.

Die Problematik des Drogenmissbrauchs im Verkehr klettert auf der politischen Tagesordnung vieler Staaten. Die Europäische Union fördert derzeit das Projekt DRUID („Driving under the Influence of Drugs, Alcohol and Medicines“). In den USA plant die National Highway Traffic Safety Administration ebenfalls eine umfassende Studie über die Risiken von Drogen und Medikamenten am Steuer. Beide Projekte sollen zu effektiveren Maßnahmen bei der Vorbeugung und Bekämpfung von Drogenmissbrauch im Straßenverkehr beitragen.

Quelle: Weltverkehrsforum (International Transport Forum – ITF)

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