Drogenlabor im Raum Mittweida aufgeflogen

Am vergangenen Donnerstag hat das LKA Sachsen und das Zollfahndungsamt Dresden bei Mittweida ein Drogenlabor ausgehoben.

Die Beamten der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Rauschgift von Landeskriminalamt Sachsen und Zollfahndungsamt Dresden (GER) haben im Raum Mittweida ein Labor zur Herstellung von Methamphetamin (Crystal) ausgehoben.

Die GER hatte zum Jahresende 2008 Ermittlungen gegen zwei Männer (beide 21 Jahre alt) aus der Region Chemnitz-Erzgebirge aufgenommen, nachdem bekannt geworden war, dass diese über zahlreiche, meist Online-Apotheken große Mengen rezeptfreie Medikamente zur Behandlung von Allergiebeschwerden und Schnupfen bezogen. Bei diesen Medikamenten handelt es sich um Reactine duo und Rhinopront forte.

Im Verlaufe der weiteren Ermittlungen erhärtete sich der Verdacht, dass die Tatverdächtigen aus diesen Medikamenten den zur Herstellung von Methamphetamin notwendigen Grundstoff Pseudoephedrin extrahierten und zu Crystal weiterverarbeiteten. Die hierfür benötigten Chemikalien wie Jod, roter Phosphor, Salzsäure und Natriumhydroxid bezogen sie aus der Tschechischen Repulik. 

  Am vergangenen Donnerstag schlugen die Ermittler schließlich zu. Sie nahmen die beiden jungen Männer vorläufig fest und durchsuchten deren Wohnungen. Dabei fanden sie umfangreiche Bestände der zur Crystal-Herstellung benötigten Chemikalien und Gerätschaften, mehrere hundert leere Medikamenten-Verpackungen sowie rund 10 Gramm Crystal und 80 Gramm Marihuana.

Darüber hinaus stellten sie drei sogenannte „Ansätze“ sicher. Es handelt sich dabei um Mischungen von Pseudoephedrin und verschiedenen Chemikalien, aus denen im Verlaufe weiterer chemischer Prozesse Crystal gewonnen wird. Welche Menge der Droge aus diesen Ansätzen hätte produziert werden können, müssen nun die Chemiker des LKA Sachsen klären.

Gegen beide Tatverdächtige erging am Freitag Haftbefehl. Sie sind verdächtig, gemeinschaftlich, unerlaubt und gewerbsmäßig Handel mit Betäubungsmitteln in mehreren Fällen getrieben zu haben.

  Das LKA Sachsen rät zur Obacht: Gerade Eltern, die bei ihren Sprösslingen diese Medikamente in großer Zahl finden, sollten nachfragen, woher diese kommen und wozu sie eingenommen werden sollen. Prävention beginnt also nicht erst vor der eigenen Haustür, sondern schon in den „Kinderzimmern“.

Quelle: LKA Sachsen

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