Dulig sieht Unternehmensnachfolge im Osten als zentrale Herausforderung

Sachsen/ Großröhrsdorf- In der Fortführung von Unternehmen in Ostdeutschland sieht der sächsische Wirtschaftsminister Martin Dulig eine zentrale Herausforderung.

© SF/Benedict Bartsch

Kurz- oder mittelfristig würden zahlreiche Geschäftsleute das Ruhestandsalter erreichen, die in der Wendezeit ihre Firmen gegründet hätten. Das erklärte Dulig am Donnerstag bei einem Besuch von Firmen, bei denen die Nachfolge in der Chefetage gelang. Jeder dritte Inhaber eines Handwerksbetriebes sei älter als 60. Man müsse die Inhaber motivieren, sich früh mit der Übergabe auseinanderzusetzen.

Dulig besuchte ebenfalls die Firma Batex Technische Textilien in Großröhrsdorf (Landkreis Bautzen), die sich unter anderem auf Schutzausrüstungen für Polizei, Militär und bestimmte Industriebranchen spezialisiert hat. Das Unternehmen rüstet beispielsweise die Polizei in Brandenburg und den Chemiekonzern BASF aus.

Nach Angaben von Geschäftsführer Uwe Kunath lag der Umsatz der Firma mit gut 20 Beschäftigten 2021 bei 2,6 Millionen Euro.

Bis Januar 2021 leitete Firmengründer Horst Bräuer die Geschicke von Batex. Laut Kunath hatte er lange erfolglos einen Nachfolger gesucht. Am Ende wurde er bei Sven Nicolaus und Uwe Kunath fündig, die bis dato in einer Bank arbeiteten. Nicolaus hatte Bräuer als Kunden betreut. «Viele würden sich ein Unternehmen heute nicht mehr antun wollen», sagte Kunath und verwies etwa auf die Bürokratie. Er selbst hofft, dass Batex abseits der Pandemie von weiteren Krisen verschont bleibt. Das Unternehmen beliefert auch die Ölraffinerie PCK im brandenburgischen Schwedt, deren Zukunft unklar ist. (mit dpa)