Dynamo Dresden: Antworten zur Stadion-Debatte – Was passiert, wenn es keine Lösung vor 1. März gibt?

Der große Streit über die Stadionnutzungsverträge des Rudolf-Harbig-Stadions geht weiter. Die SG Dynamo Dresden gab am Dienstag eindeutige Antworten zur Debatte, siehe hier im Internet unter www.dresden-fernsehen.de +++

Fragen und Antworten in der Stadion-Debatte:

Die Antworten des Vereins auf einige der zurzeit in der Öffentlichkeit diskutierten Fragen sind hier zusammengestellt:

Wie lautet die Grundposition des Vereins?

1. Der Verein ist sich seiner eigenen Fehler aus der Vergangenheit
bewusst und kommt gern der daraus folgenden Pflicht nach, seine Wirtschaftszahlen
immer wieder offen zu legen und jederzeit seine Seriosität
und Vertrauenswürdigkeit unter Beweis zu stellen.

2. Im Mittelpunkt der aktuellen Verhandlungen steht die Frage: Was ist ein
angemessener Mietpreis für ein modernes Fußballstadion, das in der 3.
Liga betrieben wird?

3. Dynamo hat nachweisen können, dass die derzeit vorgesehene Miete in
Höhe von 2,1 Millionen Euro ein Vielfaches dessen darstellt, was vergleichbare
Drittliga-Vereine zahlen. Zudem haben auch die Wirtschaftsprüfer
der Stadt Dresden bestätigt, dass der Verein eine klare und seriöse
wirtschaftliche Konsolidierung eingeleitet hat.

4. Unter diesen Voraussetzungen geht es der SGD um eine faire, den
Rahmenbedingungen angepasste und langfristige Lösung, die ihr sportliche
und strukturelle Perspektiven bietet, ohne ihr die Verpflichtung zu
Transparenz und Wirtschaftlichkeit zu erlassen.

5. Dabei geht es nicht darum, den Verein „wieder einmal finanziell zu
unterstützen“, sondern um die Finanzierung und den Betrieb einer städtischen
Sportstätte. Zusätzliche Mittel der Landeshauptstadt würden
nicht dem Verein zufließen, sondern wäre ein Betriebskosten-Zuschuss
für die Sportstätte Rudolf-Harbig-Stadion.

Warum argumentiert der Verein in der Diskussion mit dem Szenario
der Insolvenz?

Die SG Dynamo Dresden arbeitet transparent und mit realistischen Zahlen.
Die Etatlücke von etwa 1,7 Millionen Euro in den Planungen für die neue
Saison ist gleichbedeutend mit der Verweigerung der Lizenz durch den
DFB. Diese Lücke klafft NACHDEM der Verein an vielen Stellen den Rotstift
angesetzt hat. Eine Stadionmiete in Höhe von 500.000 Euro entspricht den
Rahmenbedingungen der Liga und der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit
des Vereins. Doch selbst unter diesen Bedingungen würde die SG Dynamo
Dresden am Existenzminimum agieren, Spielraum für höhere Investitionen
in Mannschaft, Nachwuchs und Infrastruktur wäre nicht gegeben. Eine
höhere Miete gefährdet demnach die Existenz, was hart formuliert werden
muss, da das den von Wirtschaftsprüfern und DFB bestätigten Zahlen
entspricht.

Welche Sparmaßnahmen hat der Verein seit der Unterzeichnung der
Nutzungsverträge unternommen?

Beispielsweise wurde der Etat für die Drittliga-Profis in den Planungen für
die Saison 2010/11 weiter gesenkt. Obwohl er sich bereits in dieser
Spielzeit unter dem Schnitt der 3. Liga bewegt. Vergleichbare Vereine
investieren ca. 1 Million Euro mehr in ihre Lizenzmannschaft! Darüber
hinaus hat Dynamo z.B. Verwaltungs-Personal abgebaut, ein externes
Unternehmen mit dem aufwändigen Merchandising-Handel beauftragt und
eine provisorische Geschäftsstelle mit deutlich niedrigerem Betriebskostenaufwand
bezogen.

Ein Vergleich der Bilanz der Saison 2007/08 und der Planung für die Saison
2010/11 ergibt, dass Dynamo an verschiedenen Positionen heute insgesamt
1,6 Millionen Euro weniger ausgibt! Im krassen Gegensatz dazu ist die
Stadionmiete seitdem von 91.000 Euro auf 2.085.000 Euro (und damit das
13-Fache des Ligaschnitts von 160.000 Euro, Quelle: DFB) gestiegen.
Obwohl der Verein also nachhaltig und belegbar eine wirtschaftliche
Konsolidierung eingeleitet hat, die auch städtische Wirtschaftsprüfer
bestätigen, fällt er in der derzeitigen Konstellation hinsichtlich seines
Betriebsergebnisses auf das Niveau von 2007/08 zurück.

Hat der Verein zu wenig „Lobbyarbeit“ betrieben?

Wie mit den Verhandlungspartnern vereinbart, hat sich Dynamo an die
Geheimhaltungsvereinbarung gehalten und keine Zwischenstände oder
eigene Argumentationen offen gelegt. Auch der DFB hat die von ihm zur
Verfügung gestellten Zahlen erst im Februar 2010 für die Veröffentlichung
freigegeben. Seit Sommer 2009 war Dynamo, vertreten durch Hauptgeschäftsführer
Stefan Bohne, Präsident Hauke Haensel und zeitweise Ralf
Minge, immer wieder in den zuständigen Ausschüssen des Dresdner
Stadtrates zu Gast und hat alle geforderten Daten und Zahlen stets
pünktlich präsentiert. Ein im Dezember versandtes Angebot an die Stadtrats-
Fraktionen, die Vereinsposition ausführlich vorzustellen, wurde von
allen Fraktionen außer Bündnis90/Die Grünen angenommen.

Was passiert, wenn es keine rechtzeitige Lösung vor dem 1. März gibt?

Dann reicht der Verein die aktuelle Planung für die Saison 2010/11 ein, die
aufgrund der auf knapp 2,1 Millionen Euro steigenden Miete eine Unterdeckung
von gut 1,7 Millionen Euro aufweist. Nach Prüfung durch den DFB
und möglichen Widersprüchen würde die Festlegung der zu erbringenden
Auflagen durch den Deutschen Fußball-Bund erfolgen. Bis zum 3. Juni 2010
müssten die Auflagen durch die SG Dynamo Dresden erfüllt werden, dies
würde den Nachweis eines Zuflusses in Höhe von mindestens 1.751.000
Euro umfassen. Dies ist für den Verein nach derzeitigem Stand nicht zu
stemmen.

Notmaßnahmen für weitere Einsparungen würden die Schließung des
Nachwuchsleistungszentrums und drastische Einsparungen in der 1.
Mannschaft bedeuten. Auslaufende Verträge würden nicht verlängert, der
Kader um zahlreiche Spieler aus der 2. Mannschaft ergänzt werden. Die
sportliche Perspektive in der 3. Liga schwindet.

Warum verkauft Dynamo nicht einfach den Stadionnamen?

Die Vermarktung des Stadionnamens durch SPORTFIVE würde nicht die in
einem Pressebericht kolportierten 1 Million Euro pro Jahr erbringen,
sondern einen niedrigen siebenstelligen Betrag für die gesamte Vertragslaufzeit
von fünf Jahren, aufzuteilen unter SPORTFIVE, der Stadion-
Projektgesellschaft und Dynamo. Dieses Vermarktungspotenzial ist erst seit
der endgültigen Fertigstellung des Stadions Ende 2009 tatsächlich gegeben
und wird seitdem von SPORTFIVE bearbeitet. Eine notwendige Umbenennung
des Stadions während der Frauen-WM 2011 würde die FIFA finanzieren.
Mit den Verhandlungen um die Stadionnutzung steht die Vermarktung
des Stadionnamens jedoch nicht im Zusammenhang.

Was passiert mit dem Stadion, wenn Dynamo es nicht mehr nutzt?

Der Baukredit müsste weiterhin abgezahlt, die erheblichen Betriebskosten
auch für die nicht genutzte Sportstätte weiterhin getragen werden. Soziales
Wirken wie die Jugend- und Nachwuchsarbeit oder wirtschaftliche Effekte
würden wegfallen. Die finanzielle Belastung für die öffentliche Hand würde
ohne Dynamo sogar steigen. Die vom Verein vorgeschlagene Lösung ist in
Unterhalt und Kreditbedienung günstiger für die Landeshauptstadt Dresden
als ein leer stehendes Stadion (Quelle: Stadion Dresden Projektgesellschaft):
Stadion-Kosten in Höhe von 4,3 Millionen Euro für die Landeshauptstadt
ohne Dynamo stehen Kosten in Höhe von 3,8 Millionen Euro für
den Fall gegenüber, dass Dynamo eine realistische Miete in Höhe von
500.000 Euro zahlt.

Quelle: SG Dynamo Dresden

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