Dynamo Dresden: Das Urteil und die Folgen

Seit dem Urteil des DFB Bundesgerichtes hat Dynamo viele Diskussionen in der Mitgliedschaft, in der Fanszene und in den Medien erlebt. Zu den wichtigsten Fragen nimmt Dynamo nun Stellung. Mehr unter www.dresden-fernsehen.de +++

Was bedeutet die Strafe wirtschaftlich für den Verein?

Die SG Dynamo Dresden muss für das „Geisterspiel“ gegen den FC Ingolstadt die entgangenen Gewinne aus Tageskarten und jene Aufwendungen für die Austragung des Spiels in Betracht ziehen, die unabhängig von der Zuschauerzahl zu tragen sind. Insgesamt dürfte sich diese Belastung bei etwa 300.000 Euro bewegen.
Hinzu kommen 100.000 Euro Geldstrafe, die einer gemeinnützigen Stiftung des DFB bzw. der DFL
zugeführt und somit einem fußballbezogenen Zweck zukommen werden, sowie eine Kompensation für Eintracht Frankfurt für die entgangenen Einnahmen aus Gästetickets bei dem gemeinsamen Spiel am 16. März. Über die genaue Höhe wird noch verhandelt, zu rechnen ist mit mehreren
zehntausend Euro.

Dem gegenüber steht eine Einnahme aus der zentralen TV- und Werbevermarktung und Zuschauereinnahmen der 1. Runde des DFBPokals in Höhe von mindestens 125.000 Euro, mit der Dynamo Dresden nun für das nächste Jahr wieder planen kann. Diese Summe ist zwar
rechnerisch für die laufende Saison nicht relevant, wirkt sich jedoch in der nächsten Spielzeit und somit bei der Etatplanung, insbesondere im Hinblick auf die Personalkosten der 1. Mannschaft, positiv aus und bietet zudem die eindeutige Chance auf finanzielle Mehrerträge – erst recht bei
sportlichem Erfolg im Pokalwettbewerb.
Zudem wurde von den Verantwortlichen aus Gründen der kaufmännischen Vorsicht bereits direkt nach den Vorfällen beim Pokalspiel in Dortmund im Oktober eine Strafsumme in sechsstelliger Höhe in die laufende Planungsrechnung eingestellt. Nicht zuletzt wurden mit dem Urteil alle
noch ausstehenden Sportgerichtsverfahren eingestellt, für die weitere
Strafen in Höhe von insgesamt mehreren zehntausend Euro zu erwarten waren.

Dem kompletten Ausfall von Einnahmen aus dem DFB-Pokal steht nun die Chance gegenüber, ähnlich wie in der laufenden Saison in diesem Wettbewerb erhebliche ungeplante
Einnahmen zu erzielen.

Warum hat der Verein diese harte Strafe anerkannt?

Es ist unstrittig, dass in Dortmund von Teilen der Dresdner Anhänger diverse Regeln, auch selbst auferlegte, eklatant gebrochen wurden. Sowohl vor als auch im Stadion legten Unverbesserliche dramatische Gewaltbereitschaft an den Tag und sorgten mit dem Einsatz und Werfen von Pyrotechnik, dem Zielen mit Laserpointern auf Dortmunder Spieler, diversen Sachbeschädigungen und tätlichen Angriffen auf Zuschauer, Ordner und Polizisten dafür, dass das Spiel mehrfach unterbrochen werden musste bzw. kurz vor dem Abbruch stand.

Die SG Dynamo Dresden hat dadurch an diesem Abend ein ganz schlechtes Bild abgegeben und musste nicht nur einen schweren Imageschaden, sondern auch einen schweren Rückschlag in der positiven Entwicklung ihrer Zusammenarbeit mit der Fanszene hinnehmen. Dafür war eine Strafe zu erwarten und gerechtfertigt.
Die Verantwortung für das Geschehen an diesem Abend und seine Folgen tragen weder der Verein, noch Borussia Dortmund oder der DFB, sondern allein jene, von denen diese
Aggressionen ausgingen!
Die Konsequenzen treffen jedoch den Verein und damit die gesamte Fanszene.
Im Sportgerichtsverfahren des DFB wurde immer wieder deutlich, dass sich die SG Dynamo Dresden in der Vorbereitung und Abwicklung des Spiels keines Fehlverhaltens schuldig gemacht hat. Die Verantwortlichen des Vereins hatten sich zu der Partie so professionell und
verantwortungsbewusst verhalten wie zu allen anderen Spielen des Vereins, die seit Jahren penibel und standardisiert vor- und nachbereitet werden, was zur von allen Beteiligten als vorbildhaft bewerteten positiven Entwicklung bei Heimspielen geführt hat und auch bei schwierigen Auswärtsspielen immer öfter Früchte trägt.
Der Einfluss des Gastvereins ist bei Auswärtsspielen jedoch nach wie vor begrenzt.
Dessen ungeachtet unterliegt Dynamo wie alle anderen Profi-Vereine Deutschlands der Sportgerichtsbarkeit des DFB, die mit dem Grundsatz der „verschuldensunabhängigen Haftung“ arbeitet. Die Vereine haben sich also für das Geschehen im Gästeblock zu verantworten, egal,
in welchem Maße sie sich in die Vorbereitung eines Spiels eingebracht haben oder wie sie im Verlaufe der Geschehnisse eingreifen können.

Mehr Informationen, unter anderem zu den Fragen: „Warum wertet der Verein das Urteil als milder als den Pokal-Ausschluss?“ oder „Wie ist der aktuelle Stand der Vorbereitungen hinsichtlich der vom Urteil betroffenen Spiele gegen Ingolstadt und Frankfurt?“ finden sie unter http://www.dynamo-dresden.de/de/aktuelles/verein/details/artikel/das-urteil-und-die-folgen.html

Quelle: Dynamo Dresden

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