Dynamo Dresden ist raus – und was sagt die Politik?

Auch die Linke und die Grünen äußern sich zur Dynamo-Katastrophe. Der Ausschluss wird eher kritisch betrachtet. +++

Lesen Sie hier eine Mitteilung der Grünen:
Nach Auffassung des sportpolitischen Sprechers der Fraktion Thomas Trepte wurde vom DFB „ein Exempel statuiert, dessen Folgen kontraproduktiv sind.“
Trepte weiter: „Das Urteil würdigt in keiner Weise die besonnenen aber auch konsequenten Reaktionen des Vereins auf die Ausschreitungen von Dortmund. Den schwarzen Peter im vollen Umfang dem Verein in die Schuhe zu schieben, ist auch im höchsten Maße ungerecht. Dieses Urteil ist Wasser auf die Mühlen von Scharfmachern.“
 
Wer Dynamo zum Prügelknaben der Liga machen will, „ist nur an Schuldzuweisungen und nicht an Ursachenforschung interessiert.“ Der Verein hat nach Auffassung von Trepte nach den Vorfällen sehr viel getan, um präventiv Ausschreitungen zu verhindern.

Lesen Sie hier eine Mitteilung der Linken:
Die sportpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag, Verena Meiwald erklärt:
„Das ist nun tatsächlich das befürchtete Exempel, das der DFB an Dynamo Dresden statuiert. Er lässt bei seiner Urteilsverkündung die positiven Entwicklungen in der Fanarbeit bei Dynamo und die Versäumnisse aller Beteiligten beim besagten DFB-Pokal-Spiel völlig außer Acht und bestraft hier vor allem die vielen friedlichen Fans, die dem Verein seit Jahren die Treue halten.

Gewalt und gewaltbereite Fans haben in Stadien nichts zu suchen, sie haben nichts mit Fußball zu tun! Ich erwarte, dass der DFB bei anderen in Rede stehenden Vergehen in gleichem Maße reagiert. Ansonsten drängt sich der Verdacht auf, dass hier nur ein Sündenbock für das Versagen des gesamten Fußballverbandes gesucht wurde.“

Lesen Sie hier eine Mitteilung der FDP (Johannes Lohmeyer, Vorsitzender der FDP Dresden)
„Bei aller Verärgerung und Scham über das inakzeptable Verhalten einer unbelehrbaren Minderheit im Umfeld von Dynamo Dresden in der Vergangenheit und am Rande des Pokalspiels in Dortmund: Das gestrige Urteil des DFB-Schiedsgerichtes ist nicht nur in seiner Härte einzigartig, es ist vielmehr unangemessen und falsch.

Wenn der DFB glaubt, mit dem Ausschluss des Vereins offenkundig unbelehrbare Radaubrüder zur Vernunft bringen zu können, offenbart er lediglich seine Ratlosigkeit und Ahnungslosigkeit. Das an Dynamo statuierte Exempel trifft vor allem die 99 Prozent friedlichen Anhänger des größten ostdeutschen Sportvereins, die zahlreichen ehrenamtlich Engagierten, die Jugendmannschaften und die Sponsoren. Es missachtet die großen Anstrengungen und nicht zu leugnenden Fortschritte, die der Verein in den vergangenen Jahren im Bereich Fanarbeit unternommen hat. Zudem stigmatisiert der Deutsche Fußballbund nicht zuletzt eine ganze Region als unreif und unwürdig.

Quelle: DIE LINKE, Grüne Fraktion, FDP

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