Dynamo Dresden: Neuer Vorschlag zur “Stadionsicherheit“

So wird der Verein zum Beispiel keine Änderung in den Bestimmungen zu Einlasskontrollen mittragen, die als Legitimation von Ganzkörperkontrollen interpretiert werden könnte. Mehr unter www.dresden-fernsehen.de. +++

 
Die SG Dynamo Dresden hat in dieser Woche gegenüber dem Ligaverband und der DFL Stellung zum neuen Vorschlag des Konzeptes „Stadionsicherheit“ genommen. Das Papier war nach vielfältigen Meinungsäußerungen der Proficlubs inhaltlich angepasst und erneut zur Diskussion gestellt worden. Am 12. Dezember sollen die Vereine im Rahmen der Mitgliederversammlung des Ligaverbandes über die vorgeschlagenen Punkte und eventuell notwendige Änderungen des Ligastatuts entscheiden. Im Verein fand in dieser Woche ein Meinungsaustausch zwischen Gremien, verantwortlichen Mitarbeitern und Fanvertretern zum vorliegenden Entwurf statt, der auch einen entsprechenden Antrag der Mitgliederversammlung behandelte.

Grundsätzlich begrüßt Dynamo Dresden das veränderte Konzept als besser geeignete Diskussionsgrundlage, da es in vielen Punkten Verbesserungen für die Vereine erhoffen lässt, von Dynamo Dresden bereits freiwillig eingeführte Regelungen fest vorschreibt oder Forderungen erfüllt, die die Sportgemeinschaft schon häufig gestellt hat. Dazu gehören zum Beispiel einheitliche und verbindliche Vorgaben, wie Erfahrungen von Gastvereinen mit ihren mitreisenden Fans in das Sicherheitskonzept der jeweiligen Heimvereine aufgenommen werden müssen. Eine weitgehende Standardisierung des Ablaufs und der Protokollierung in der Vorbereitung von Fußballspielen ist aus Sicht der Dynamo-Verantwortlichen im Sinne eines sicheren Stadionerlebnisses unbedingt zu empfehlen.

In seiner differenzierten Stellungnahme wies der Verein allerdings erneut auch auf Vorschläge in dem Papier hin, denen Dynamo Dresden nicht zustimmen kann, sollten sie am 12. Dezember ohne weitere Anpassung zur Abstimmung gestellt werden. So wird der Verein zum Beispiel keine Änderung in den Bestimmungen zu Einlasskontrollen mittragen, die als Legitimation von Ganzkörperkontrollen oder ähnlich drastischen Maßnahmen interpretiert werden könnte. Auch hat für Dynamo eine Sanktion der DFB-Sportgerichtsbarkeit in Form der Begrenzung von Kartenkontingenten immer den Charakter einer von allen Beteiligten der SG Dynamo Dresden sehr kritisch gesehenen Kollektivstrafe, was dem Anspruch des DFL-Konzepts zuwiderläuft, sich auf die Identifizierung und Verfolgung von Einzeltätern zu fokussieren. Dynamo Dresden begrüßt in diesem Zusammenhang ausdrücklich den Ansatz, die bisher pauschale, verschuldensunabhängige Haftung der Vereine in Sportgerichtsverfahren sinnvoll zu modifizieren und das relevante Verhalten der Vereine bei betreffenden Spielen in der Strafzumessung zu berücksichtigen.

Nicht zuletzt empfiehlt Dynamo Dresden, dass die Kommission „Stadionerlebnis“ in Zusammensetzung und Zielsetzung Vertreter und Erscheinungsformen einer positiven Fankultur zukünftig besser berücksichtigt und fördert. „Dynamo Dresden ist auch weiterhin offen für einen Dialog über die Möglichkeiten zur Verbesserung der Sicherheit in unseren Stadien und zur Eindämmung der bestehenden Probleme. Deshalb begrüßen wir die konstruktiven Änderungen im DFL-Konzept und weite Teile seines Inhalts“, sagte Präsident Andreas Ritter.

„Bis zur Abstimmung im Dezember werden wir uns im Verein und mit unserer Fanszene weiter verantwortungsvoll über die einzelnen Punkte abstimmen und dabei legitime Bedürfnisse berücksichtigen, aber auch sinnvolle Reglementierungen unterstützen. Klar ist, dass es eine pauschale Zustimmung oder voreilige Ablehnung bei einem so komplexen Thema nicht geben kann.“

Quelle: SG Dynamo Dresden

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