Dynamo Dresden spricht sich gegen Abschaffung von Stehplätzen aus

Verein will Positionspapier„Sicheres Stadionerlebnis“ der DFL in jetziger Form nicht mittragen. +++

Die Vereinsgremien der SG Dynamo Dresden haben am Freitag erstmals Stellung zum Maßnahmenkatalog „Sicheres Stadion“ von DFB und DFL bezogen.

Die SGD-Verantwortlichen loben grundsätzlich den Schritt ein Maßnahmenpapier zu verfassen,möchten dies aber in der derzeitigen Fassung nicht akzeptieren. Die Vorgelegten Pläne sehen unter anderem eine Verringerung der Sitzplatzkapazitäten und schärfere Kontrollen in Zelten vor, wo Stadionbesucher sich ausziehen müssen. Wie bereits der Traditionsverein Union Berlin haben nun auch die SG Dynamo und deren Fanvertreter erstmals eine Stellungname abgegeben. Neben den beiden Ostclubs haben die Vereine von Wolfsburg, Augsburg, Hertha Berlin, St. Pauli, Stuttgart und Düsseldorf das Grundsatzpapier kritisiert.


Stellungnahme der SG Dynamo Dresden zum Positionspapier „Sicheres Stadionerlebnis“ der DFL:

Präsidium, Gremien, Mitarbeiter und Fanszene der SG Dynamo Dresden begrüßen grundsätzlich die Überlegungen des Ligaverbandes, gemeinsam mit dem DFB die Sicherheit in deutschen Stadien weiter zu optimieren. Besonders hervorzuheben ist die erkennbare Einsicht, dass die aufgetretenen Probleme in deutschen Stadien nur gemeinsam zwischen Politik, Verbänden und Vereinen im konstruktiven Dialog mit den Fans lösbar sind.

Aus Sicht der SG Dynamo Dresden sind der Austausch mit den Anhängern sowie die Einbeziehung kompetenter Ansprechpartner zu Fanbelangen in die entsprechenden Entscheidungsfindungen unverzichtbar und jederzeit als verbindliche Mindestanforderung anzusehen und zu formulieren. Wir haben erfreut zur Kenntnis genommen, dass von uns wiederholt vorgebrachte Vorschläge wie z. B. die Beauftragung zertifizierter Sicherheitsunternehmen, der Einsatz von Gästeordnern im Gästeblock, die verantwortungsvolle Einbeziehung der Gastvereine in Vorbereitung und Durchführung von Auswärtsspielen sowie ein vereinheitlichter Strafen-Katalog der Sportgerichtsbarkeit des DFB aufgegriffen wurden.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass die SG Dynamo Dresden einer der ersten Clubs war, der mit seiner Fanszene gemeinschaftlich eine Fan-Charta erarbeitet hat, die vom Verein und den meisten Gruppierungen bereits seit Jahren gelebt wird. Die SG Dynamo Dresden lehnt aber pauschal angedrohte, beschlossene oder verhängte Strafmaßnahmen wie Nacktkörperkontrollen, Reduzierung oder Abschaffung von Stehplätzen in Stadien sowie das Verbot von Fanutensilien rundweg ab. Dies würde in unverhältnismäßig hohem Maß das Millionen Menschen verbindende Freizeiterlebnis „Stadionbesuch“ im deutschen Fußball beeinträchtigen und die Clubs in ihrem Streben nach konstruktiver und auf Interessenausgleich angelegter Zusammenarbeit mit ihren Fans zurückwerfen.

Aus diesem Grund kann die SG Dynamo Dresden das derzeit vorliegende Papier nicht mittragen. Wir freuen uns aber über die publik gewordene Bereitschaft von DFB und Ligaverband, das Dokument im Dialog mit allen Anhängern weiterzuentwickeln und zu einem für alle betroffenen Parteien akzeptablen Konzept auszubauen, das Sicherheit und Atmosphäre im Stadion in Einklang bringt. In die dafür erforderliche Diskussion werden wir uns aktiv und gern einbringen.

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