Dynamo-Fans erarbeiten neun gemeinsame Ziele

Mit der Einigung auf eine Verhaltens-Richtlinie erfüllten die Fans die von Vereinsseite gestellte Bedingung für den Abruf der Gästekontingente bei den kommenden Auswärtsspielen gegen Eintracht Braunschweig und Union Berlin.+++

Auf der Fanversammlung vom 8. März diskutierten Fans und Vereinsvertreter von Dynamo Dresden über mögliche Konsequenzen aus dem wiederholten Fehlverhalten von Anhängern und vermeintlichen Anhängern der SGD während und am Rande von Auswärtsspielen (Dortmund, Hannover, Kaiserslautern). Dabei wurden konkrete Vorschläge gemacht, die das Verhalten der Fans bei Auswärtsspielen, den Ticketverkauf für Auswärtsspiele, die Fanarbeit sowie die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins betreffen.

Die erarbeiteten Punkte lauten:

(1) Die Anhänger der SG Dynamo Dresden bekennen sich dazu, Gewalt, Vandalismus und jegliches vereinsschädigendes Verhalten während und am Rande von Auswärtsspielen sowie auf der An- und Abreise zu unterlassen.

(2) Bei Auswärtsspielen werden die Fans der SGD selbstregulierende Maßnahmen fördern, die dazu dienen, vereinsschädigendes Verhalten zu unterbinden.

(3) Dynamo Dresden verkauft Karten für Auswärtsspiele bis auf weiteres nur an Vereinsmitglieder.

(4) Die Dresdner Fanszene verzichtet für den Rest der Saison bei Heim- und Auswärtsspielen auf die Nutzung von Pyrotechnik. Die Fanszene wird ihre Bemühungen fortsetzen, eine Entschärfung des absoluten Verbotes von Pyrotechnik zu erreichen.

(5) Sowohl Fans als auch Vereinsvertreter setzen ihre Bemühungen um eine positive Außendarstellung des Vereins fort.

(6) Der Verein baut seine Fanarbeit weiter aus und unterstützt die Zusammenarbeit und den Austausch der Fans untereinander.

(7) Insbesondere auswärtige Fanclubs werden durch die Fanszene und den Verein stärker in gemeinsame Aktivitäten einbezogen. Der Verein bietet seine organisatorische Unterstützung an, um an relevanten Standorten „ständige Vertretungen“ von Dynamo Dresden einzurichten, die als Anlaufstation für alle Fragen rund um die SGD dienen.

(8) Die offene Fanversammlung wird als regelmäßige, mindestens viermal jährlich stattfindende Veranstaltung etabliert.

(9) Die Fans der SG Dynamo Dresden fordern, dass der Verein das von der DFB-Sportgerichtsbarkeit angewendete Prinzip der „verschuldensunabhängigen Haftung“ weiter auf den Prüfstand stellt.

Dynamo-Geschäftsführer Christian Müller begrüßt den durch die Dresdner Fanszene angestoßenen Prozess auf der Fanversammlung: „Gremien und Mitarbeiter des Vereins erkennen in den genannten Punkten eine erste Richtlinie für das künftige Verhalten unserer Fans nicht nur bei den Auswärtsspielen. Allerdings sollten beide Seiten – Fans und Verein – die Erarbeitung dieser Punkte nicht voreilig als Erfolg verbuchen. Es wurde ein weiterer wichtiger Schritt gemacht, jedoch geht es jetzt für alle Beteiligten an die Umsetzung der Richtlinie, worin noch eine Menge Arbeit liegt. Gleichwohl sieht der Verein durch die von unseren Fans erarbeiteten Selbstverpflichtungen die Erwartung erfüllt, an die der Verkauf von Tickets für die kommenden Auswärtsspiele geknüpft war. Der Verein wird die an ihn gerichteten Forderungen ernst nehmen und vertraut darauf, dass die Fans umgekehrt ebenso verlässlich handeln werden.“

Quelle: SG Dynamo Dresden