Dynamo-Fans setzen klares Zeichen

Die Anhänger der SG Dynamo Dresden zogen 12.000 rote Karten gegen Pyrotechnik und Chaoten vor dem Spiel gegen den SV Sandhausen am 16.02.13. +++

Die große Mehrheit der 19.444 Zuschauer der Zweitligapartie vom vergangenen Sonntag zeigte Flagge und sprach sich klar gegen jeden Einsatz von verbotener Pyrotechnik im Stadion und gegen jede Art von Gewalt im Umfeld eines Fußballspiels aus. Führende Köpfe von Vereinsseite und zahlreiche Fangruppierungen fanden vor der Begegnung ebenfalls deutliche und selbstkritische Worte.

Mit Erklingen der Hymne „Zwölfter Mann“ erhoben sich die 19.444 Zuschauer und mehr als 12.000 von ihnen bekannten sich aktiv zum Anliegen der Initiative. Neben den mehr als 10.000 im Vorfeld verteilten roten Karten durch die Initiative selbst brachten zahlreiche Fans eigene rote Karten mit. Auf den meisten Tribünen waren neben den von der Initiative präsentierten Bannern „Rote Karte gegen Pyro und Chaoten“ sowie „Im Herzen vereint gegen Gewalt“ zahlreiche weitere Spruchbänder zu sehen. Dort hieß es z.B. „0 Prozent Gewalt, 100 Prozent Dynamo“ oder „Lasst nicht zu, dass Chaoten unseren Verein als Spielwiese benutzen“.

Im Vorfeld der Aktion machten führende Köpfe des Vereins und der Dresdner Fanszene ihre Ablehnung von Gewalt und verbotener Pyrotechnik durch entsprechende Erklärungen auf dem Spielfeld deutlich:

Andreas Ritter, Präsident der SG Dynamo Dresden, unterstrich, „dass Gewalt bei einem Fußballspiel nichts zu suchen hat und dass es Pyrotechnik in unserem Stadion nicht geben wird, solange sie verboten ist.“ In diesem Zusammenhang warb er um Verständnis dafür, „dass wir vorerst auf das Gästeticketkontingent verzichten, um weiteren Schaden vom Verein fernzuhalten.“

Stefan Lehmann, Vorsänger des K-Blocks von den Ultras Dynamo, fand klare und selbstkritische Worte, als er unter lautstarkem Beifall des Publikums meinte, „dass eines Fakt ist, mit Pyrotechnik oder so brauchen wir jetzt erst mal überhaupt nicht mehr anzufangen. Das hat sich erledigt für uns.“ Von den Gewaltexzessen außerhalb des Stadions nach dem Auswärtsspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern distanzierte er sich und fügte hinzu, dass er hofft, dass diese Chaoten „auch endlich einmal von der Polizei ermittelt werden“ und „dass der DFB endlich einmal differenziert und zivilrechtlich gegen die Täter vorgeht, anstatt immer nur den Verein zu bestrafen.“ Dem Verein sicherte er mit der Fortführung eines übergreifenden Fankongresses Unterstützung zu.

Die Initiatoren der Aktion zeigten sich nach Spielschluss sehr zufrieden mit der Beteiligung und auch der großen individuellen Note, die viele Fans durch eigenes Engagement einbrachten:

Patrick Siering, einer der Gründerväter der Initiative, konstatierte, „dass wir heute alle zusammen genau das Zeichen gesetzt haben, welches wir setzen wollten. Die große Dynamo-Familie hat sich mehrheitlich gegen Pyrotechnik im Stadion, und zwar solange sie verboten ist, ausgesprochen. Außerdem hat sie Gewalt rund um die Spiele unseres Vereins scharf verurteilt.“

Dass der Schiedsrichter der Partie, Peter Gagelmann, sich ebenfalls am Protest des Dresdner Publikums beteiligt hätte, als er dem Sandhäuser Spieler Marcel Kandziora in der 77. Spielminute die rote Karte wegen groben Foulspiels gezeigt hat, kann die Initiative letztlich nicht bestätigen. Die Initiative begrüßt jedoch mit einem zwinkernden Auge, wenn nicht nur im und außerhalb des Stadions gegen Gewalt vorgegangen wird, sondern auch auf dem Spielfeld. Deshalb wird diese rote Karte symbolisch den anderen 12.000 hinzugerechnet.

Weitere Aktionen der Initiative sind geplant. Dazu wird die Initiative sich dann zeitnah äußern. Die Aktionen werden sich weiterhin gegen jede Form von gesetzeswidrigem Fehlverhalten unter dem Deckmantel der SG Dynamo Dresden wenden und sollen Anstöße liefern, die zu einem neuen Umgang mit den bestehenden Problemen in der Fanszene führen können. Nachdrücklich sind deshalb weiterhin alle Fangruppen von A-Z eingeladen, sich zu beteiligen. Die Initiative betont, dass sie auch in Zukunft nicht auf die Unterstützung durch möglichst zahlreiche Fangruppen verzichten kann und weiterhin versuchen wird, diese mit einzubinden.

Quelle: Initiative „Rote Karte gegen Pyro & Chaoten“

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