Ehemaliger Chemnitzer Fußballstar gibt zweites Ja-Wort

Starnberg (ddp). Glücklich und gelöst wirkte der Bräutigam nach seinem zweiten Ja-Wort: Strahlend winkte Fußballstar Michael Ballack den zahlreichen Schaulustigen zu, die sich am Dienstag am Bayerischen Yacht-Club in Starnberg hinter den Sichtschutzwänden drängelten, um doch noch einen kleinen Blick auf das Geschehen zu erhaschen.

Nach ihrer verregneten standesamtlichen Heirat am Montag in Schloss Kempfenhausen gaben sich Ballack und seine langjährige Lebensgefährtin Simone Lambe bei strahlendem Sonnenschein nun auch mit kirchlichem Segen das Ja-Wort nach zehn gemeinsamen Jahren.

Für die Traumhochzeit war alles perfekt geplant: Die Zeremonie fand in einem weißen Zelt in der Nähe des Seeufers statt, in dem zahlreiche Stuhlreihen für die Gäste aufgestellt waren. Viel Fußball-Prominenz war zusammengekommen: „Kaiser“ Franz Beckenbauer, Rudi Völler, Christoph Daum, Reiner Calmund, Uli Hoeneß, Theo Zwanziger und Gerhard Mayer-Vorfelder. Ein Knabenchor – offenbar die Regensburger Domspatzen – begleitete die Trauung musikalisch, eine Sopranistin sang das „Ave Maria“.

Die Braut trug ein weißes Kleid mit langer Schleppe, das schulterfrei, mit Federn verziert und an der Corsage mit Stickereien versehen war. Das Haar der 30-Jährigen, die mit Ballack bereits drei Söhne hat, war mit glitzernden Steinen geschmückt. Brautjungfern in hellblauen langen Kleidern und Blumenkinder begleiteten Lambe bei ihrem Einzug ins Festzelt und später dann die Frischvermählten, als diese gemeinsam zur Terrasse des Clubhauses schritten. Dort nahmen die Ballacks die Glückwünsche der Gäste entgegen. Der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft hatte sich an seinem großen Tag für einen dunkelgrauen Anzug entschieden und trug eine weiße Blume am Revers.

Angesichts der Geheimhaltung, die rund um die Trauung galt, gestaltete sich das Ereignis für die Zuschauer hinter den Absperrungen äußerst spannend. Um 14.03 Uhr fuhr Ballack endlich in der weißen Hochzeitslimousine vor. Der Bräutigam wartete rund 15 Minuten im Wagen, bevor er ausstieg, zum Zelt schritt und dort mit Applaus begrüßt wurde. Kurz darauf zog die Braut feierlich ein.

Geleitet wurde die rund zwanzigminütige Zeremonie vom katholischen Pfarrer Joachim Steinfeld aus dem bayerischen Wittibreut. Dieser kam nicht mit einem Fahrzeug des Promi-Shuttles, sondern bahnte sich – im dunklen Anzug und mit Aktentasche unter dem Arm – zu Fuß den Weg zum Yacht-Club. Nach der Zeremonie befragt, sagte Steinfeld lediglich: „Es gibt viele Möglichkeiten, ein Brautpaar seelsorgerisch zu begleiten“ und betonte dann: „Ich kann wirklich nichts sagen.“ Er verließ die wartenden Fotografen und Reporter allerdings nicht, ohne die Menge noch einmal zu segnen.

Bereits ab 13.00 Uhr waren die Hochzeitsgäste am Yacht-Club eingetroffen, wo sie mit einem Champagner-Empfang begrüßt worden. Calmund und Völler posierten Arm in Arm für den Fotografen der Hochzeitsgesellschaft. Die Damen trugen vornehmlich Cocktailkleider, manche erschienen mit Hut. Um sich vor neugierigen Blicken zu schützen, wurden neben den Sichtblenden auf dem Gelände auch noch Sicherheitsleute mit großen roten Schirmen postiert.

Am Morgen hatte zunächst die Ruhe vor dem Sturm in Starnberg geherrscht: Vor einem Hotel nahe dem Yacht-Club standen die dunklen Limousinen Schlange und warteten – immer im Blick der Paparazzi – auf die Gäste. Ein Mann konnte das alles besonders gut beobachten: Udo Tröger ist der Pächter der Tankstelle direkt gegenüber vom Hotel. „Das geht Schlag auf Schlag hier“, berichtete er, während einer der Limousinenfahrer neben ihm letzte Polierarbeiten an seinem Fahrzeug vollzog. Tröger freute der Aufmarsch der Prominenten in Starnberg aus gutem Grund: „Das sind 35 Limousinen, die hier tanken, waschen – das macht schon was aus“, frohlockte er.

Mit seiner Geheimniskrämerei stieß das Paar bei den Einheimischen aber keineswegs nur auf Sympathien: „Ich finde das wirklich affig“, schimpfte eine Nachbarin des Yacht-Clubs. „Wenn er schon so öffentlich hier heiratet, dann soll er sich auch zeigen“, betonte sie.

Schon am Montag, als sich die Ballacks standesamtlich das Ja-Wort gaben und abends im Yacht-Club feierten, hatten sie Wert auf größte Diskretion gelegt. Bis in die Nacht zum Mittwoch sollte Medienberichten zufolge nun mit rund 400 Gästen gefeiert werden. Für den darauffolgenden Vormittag habe das Brautpaar bereits ein Katerfrühstück eingeplant, hieß es.

(ddp)