Ehrenbürgerschaft an Justin Sonder verliehen

Chemnitz – Die Stadt Chemnitz hat ihre Ehrenbürgerwürde am Freitagabend an den Überlebenden des Konzentrationslagers Auschwitz, Justin Sonder, verliehen.

Zum Festakt im Chemnitzer Rathaus waren zahlreiche Gäste geladen, unter anderem Abgeordnete des Bundes- und Landtages, sowie Weggefährten, Freunde und Familie des Geehrten.

Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig hob das Engagement hervor mit dem Justin Sonder immer wieder in Schulen auftritt und über seine Erlebnisse berichtet. Er habe es sich zur Lebensaufgabe gemacht, dafür zu sorgen, dass sich der Holocaust nicht wiederholt, so Barbara Ludwig – dafür erhält er die höchste Auszeichnung, die die Stadt vergeben kann.

Stellvertretend für die unzähligen Schulklassen, die Justin Sonder mit einen Schilderungen bewegt hat, berichteten zwei Schüler des Georgius-Agricola-Gymnasiums von ihrer Begegnung mit dem neuen Ehrenbürger. Dieser trug sich anschließend ins Goldene Buch der Stadt Chemnitz ein.

Justin Sonder wurde 1925 in Chemnitz geboren. Als Jude wurde er im Jahr 1941 von den Nazis zur Zwangsarbeit verpflichtet und zwei Jahre später ins KZ Auschwitz deportiert. Nach seiner Befreiung auf einem Todesmarsch kehrte er nach Chemnitz zurück, um seine zerstörte Heimatstadt nach Kriegsende wieder aufzubauen. Später war er als Kriminalbeamter tätig.

Der 91-Jährige wünscht seiner Chemnitzer Heimat vor allem Frieden. Für Hass, Ausgrenzung, Gewalt und Antisemitismus dürfe in der Stadt kein Platz sein.