Ein Einheitsdenkmal für Leipzig

Leipzig – Am 9. Oktober 1989 wurde in Leipzig Geschichte geschrieben. 70.000 Menschen demonstrierten gewaltfrei gegen das DDR-Regime. Damit markierten sie den Durchbruch der Friedlichen Revolution.

Seit jeher wird regelmäßig an dieses historische Ereignis erinnert. Überall in Leipzig finden sich Gedenkenstätten für den Tag, der die Wende brachte – doch das seit langem geplante Leipziger Freiheits- und Einheitsdenkmal wurde nach wie vor nicht errichtet. Seit Jahren wird um dieses Andenken gerungen. Durch einen neuen Anlauf der Stiftung Friedliche Revolution soll nun endlich ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Leipzig errichtet werden. Als Ort für das Leipziger Freiheits- und Einheitsdenkmal war lange Zeit der Wilhelm-Leuschner-Platz vorgesehen – nur hat dieses Areal kaum etwas mit der Friedlichen Revolution ’89 zu tun. Dies bemängelt der ehemalige Bundestagsabgeordnete Gunter Weißgerber. Der Leipziger war regelmäßiger Teilnehmer bei den Montagsdemonstrationen.

Im Auftrag der Stiftung Friedliche Revolution und dem Archiv Bürgerbewegung e.V. hat Gunter Weißgerber eine ausführliche Dokumentation über die langwierige Debatte zum Einheitsdenkmal erarbeitet. Vergangene Woche wurde diese veröffentlicht. Die Sammlung von Briefen, E-Mails und Statements soll das zähe Ringen um ein Denkmal in Leipzig veranschaulichen. Nach dem missglückten Architekturwettbewerb im Sommer 2014 machte sich Unmut unter der Leipziger Bevölkerung breit. Nach langem Streit musste das Verfahren damals abgebrochen werden.

Auch heute haben die Leipziger noch eine sehr unterschiedliche Meinung zum Freiheits- und Einheitsdenkmal. Nach einem aktuellen Beschluss des Stadtrates gibt es nun wieder Bewegung beim Leipziger Freiheitsdenkmal. Beauftragt wurde die Stiftung Friedliche Revolution. Dieses Mal soll die Gedenkstätte aus der Zivilgesellschaft heraus entstehen und nicht wie beim letzten Mal aus der Verwaltung. Nach langem hin und her scheint es nun so, dass in Berlin ein Einheitsdenkmal errichtet wird. Ob die Leipziger ein eigenes Monument bekommen, liegt jetzt ganz ihnen.