Ein Kilogramm Kokain im Bauch

Die Beamten der Bundespolizeiinspektion Dresden haben inzwischen Erfahrung mit sogenannten Körperschmugglern.

Im April und August 2008 unterstützten sie das Zollfahndungsamt Dresden bei der Festnahme nigerianischer Staatsbürger, die Kokain in ihren Körpern versteckt transportierten. Beiden Fällen ging ein Hinweis voraus, dass die Personen per Bahn in Richtung Tschechische Republik unterwegs seien.

Diese Erfahrung kam den Bundespolizisten am Samstag (25.10.2008) offensichtlich zugute. Bei einer Routinekontrolle im Eurocity 379 von Dresden nach Bad Schandau trafen sie einen 37 Jahre alten Nigerianer an, der nach eigenen Angaben von Amsterdam nach Prag reisen wollte.

Die Beamten entschlossen sich, den Mann einem Drogentest zu unterziehen. Tatsächlich zeigte der Test an, dass der Mann kürzlich mit Kokain in Berührung gekommen sein musste. Ein Urin-Test verfestigte den Verdacht.
Die Beamten nahmen den Mann vorläufig fest und übergaben ihn der Zollfahndung.

Er wurde einer Röntgenuntersuchung in einem Dresdner Krankenhaus zugeführt. Und wie vermutet zeichneten sich in seinen Gedärmen sogenannte „Bodypacks“, also mit Drogen gefüllte Behältnisse ab. Unter ärztlicher Aufsicht und Bewachung durch Zollfahnder schied der Nigerianer bis Dienstagmorgen 97 Behältnisse mit einem Gewicht zwischen 8 und 15 Gramm aus.

Der auf Antrag der Staatsanwaltschaft Dresden ergangene Haftbefehl wurde dem Mann bereits im Krankenhaus verkündet. Nach Bestätigung durch einen Arzt, dass sich kein Drogenbehältnis mehr in seinem Körper befindet, wird er vermutlich noch heute in eine Justizvollzugsanstalt gebracht werden.

Die weiteren Ermittlungen führt die Gemeinsame Ermittlungsgruppe Rauschgift (GER) des Landeskriminalamtes Sachsen und des Zollfahndungsamtes Dresden. Im Straßenverkauf hätte mit der sichergestellten Menge Kokain ein Erlös von etwa 180.000 Euro erzielt werden können.

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