Ein perfektes Heimspiel

Mit zeitweise drückender Überlegenheit beherrschten die Blue Lions das Spiel gegen Füssen.

Eine Mannschaft, der man in der Vorsaison noch in den Playoffs unterlegen war. Gästetrainer Dave Rich führt das Auftreten seiner Mannschaft unter anderem auch auf den einen oder anderen fehlenden Leistungsträger zurück. „Trotzdem ist es keine Schande hier zu verlieren, es ist schon schade, dass hier wahrscheinlich keine Playoffs gespielt werden“, waren weitere Worte.

Das Team um Kapitän Jens Müller, das ohne die verletzten Kasper Kenig und Rostislav Kosarek auskommen musste, legte ein weiteres Mal los wie die Feuerwehr. Die Zuschauer hatten sich noch gar nicht richtig auf ihren Tribünenplätzen eingerichtet, da brach auch schon der erste Torjubel aus. Jozef Potac hatte nach nur 73 gespielten Sekunden mit seinem Tor zum 1:0 den Torreigen eröffnet. Unter Mithilfe des Gestänges erhöhte Lars Müller aus kurzer Distanz von rechts kurz vor der Drittelpause auf 2:0.

Den einzigen Treffer des Mittelabschnitts erzielte Michal Rohacik mit einem schönen Schlagschuss von der Mitte der blauen Linie.

Als Doug Orr zu Beginn des letzten Abschnitts auf 3:1 verkürzte sah Trainer Rich eine Chance für sein Team und hatte noch einmal Druck angeordnet. Der wurde jedoch im Keim durch ein klassisches „Abstaubertor“ von Michal Henk erstickt. Einen Abpraller von Tom Fiedler brauchte er nur noch über die Linie zu schieben, Füssens Goalie Zellhuber war chancenlos. In der 57. Minute kam Michal Rohacik zu seinem zweiten Treffer des Abends. Wieder spielten die Blue Lions in Überzahl, wieder war er von der blauen Linie erfolgreich. Den Schlusspunkt unter die Partie setzte mit Lars Müller ein Spieler, der an vier der sechs Leipziger Tore beteiligt war. Ähnlich Michael Henk verwandelte er 65 Sekunden vor Ende der Partie einen Abpraller zum Endstand von 6:1.

Grandios war die Stimmung in der Blue Lions Eisarena, nicht nur nach dem Schlusspfiff. Schon im zweiten Drittel hatten die 1216 Fans begonnen ihre Lieblinge mit unaufhörlichen Fangesängen zu feiern und anzufeuern.

„Die Zuschauer waren perfekt, die Mannschaft war perfekt, was soll ich mehr sagen“, kommentierte Zdenek Travnicek im Anschluss an die Partie. „Die Jungs motivieren sich selber und wollen zeigen, dass sie Eishockey spielen können und dass es ihnen sehr viel Spaß macht.“