Einheitsbrei? Keine Wahl mehr beim Essen für städtische Kitas

Leipzig – Die 6.000 Essen für die Leipziger Kindertagesstätten in städtischer Hand kommen in Zukunft von zwei Großküchen. Bis 2020 haben die Kindertagesstätten keine Wahl mehr bei der Auswahl des Caterers. Im Stadtrat regt sich Unmut darüber.

6.000 Portionen Essen werden täglich in den städtischen Kindergärten Leipzigs verputzt. In Zukunft sind dafür nur noch zwei Caterer zuständig. Anders als zuvor können sich die 48 Kitas im Leipziger Stadtgebiet nicht mehr selbst aussuchen, wer für die richtige Kost auf dem Teller verantwortlich ist. Die französische Sodexo und die B&C Menüküche aus Zwenkau haben die Ausschreibung der Stadt für sich entschieden und liefern das Essen bis 2020. Individuelle Kost ist das sicher nicht – eher ein Einheitsbrei für Leipzigs Kindergärten.

Kritik kommt aus dem Leipziger Stadtrat. Dadurch, dass eine bindende Ausschreibung für alle Kindergärten vorgenommen wurde, hatten die Eltern keine Mitsprache. Die Qualität der Essen muss nicht zwangsläufig schlechter sein, allerdings habe die Stadt bei der Ausschreibung  die Anforderungen so formuliert, dass kleinere und regionale Caterer diese gar nicht hätten erfüllen können. So die Kritik. Dies macht den Anschein, dass in erster Linie die Kostenfrage im Mittelpunkt stand. Für die Eltern zählt vor allem die richtige Qualität des Essens für ihre Kinder.

Mit der jetzigen Situation müssen Eltern und Kindergärten für die nächsten zwei Jahre erstmal umgehen. Im Sommer steht die weitaus größere Entscheidung über die Schulessen in Leipzig an. Dann geht es um 23.000 Portionen täglich an über 100 Schulen.

Die Stadtverwaltung hat bis zum Redaktionsschluss leider keine Stellung zu den Auswahlkriterien bezogen. Allerdings gibt es Signale von Sozialbürgermeister Fabian, dass die kommende Ausschreibung überprüft werde und wesentlich beteiligungsorientierter ablaufen soll. Dann schmeckt es hoffentlich allen Fraktionen und besonders den Kindern.